Goldman Sachs empfiehlt deutschen Lebensversicherungen alternative Investments
Angesichts niedriger Zinsen sollten die deutschen Lebensversicherer in
Hedge-Fonds, Emerging-Markets und Hochzinsanleihen investieren. Dies
empfiehlt Dirk Popielas vom Investmenthaus Goldman Sachs in einem
Interview mit dem "Manager Magazin". "Im Aktienbereich könnten dies
Small- und Mid-Caps sein."
Die Branche müsse nicht zwingend absolut höhere Risiken eingehen, meint
Popielas. "Sie muss aber ihr Kapitalanlageportfolio effizienter
gestalten. Sie sollte neue Asset-Klassen aufnehmen, die dann über
Diversifikationseffekte auch mehr Ertrag bringen. Der
Portfoliokonstruktion, dem Risikomanagement und der Überwachung des
jeweiligen Risikos wird eine höhere Bedeutung zukommen als in der
Vergangenheit."
Angesichts der Erneuerung der europäischen Rahmenrichtlinien im Projekt
"Solvency II" erwartet Popielas nicht, dass Lebensversicherungen
künftig auf risikoreichere Investitionen verzichten müssten, sondern
dass sie ihrer Portfoliokonstruktion und Diversifikation mehr
Aufmerksamkeit widmen sollten. "Grundsätzlich strebt man mit den neuen
Regeln an, dass sich die Kapitalanlagestruktur zunehmend an der
Struktur der Verbindlichkeiten orientieren soll." Die Versichrere
könnten auch über synthetische Produkte wie Derivate mögliche Risiken
ausgleichen. "In anderen europäischen Ländern wird das bereits
praktiziert", konstatiert Popielas.
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