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20.07.2026 | Märkte

Globales Wachstum von Rechenzentren

Die globale Kapazität der Rechenzentren wird in den kommenden Jahren voraussichtlich weiter stark steigen, wobei in jeder Region mindestens eine Verdoppelung erwartet wird, zeigt eine Analyse von Cushman & Wakefield. Darin wird untersucht, welche globalen Rechenzentrumsmärkte 2026 unter veränderten Wachstums-, Energie-, Flächen- und Regulierungsbedingungen am besten positioniert sind. Das höchste Wachstum wird mit einer Versechsfachung der derzeitigen Kapazität in der Region Americas erwartet.

Die Analyse bewertet 107 Märkte anhand von Faktoren wie Stromverfügbarkeit, Netzstabilität, Flächenangebot, Baupipeline, Regulierung, Steuern, Umwelt- und Wasserrisiken sowie dem Zugang zu Cloud- und Netzwerkinfrastruktur. Daraus entsteht ein globales Ranking nach Primär-, Sekundär- und Tertiärmärkten. Im globalen Ranking der Primärmärkte belegen Dallas, Atlanta und Virginia die ersten drei Plätze, während Sekundär- und Tertiärmärkte aufgrund ihrer Vorteile bei Flächen- und Stromverfügbarkeit zunehmend an Bedeutung gewinnen.

 
Quelle: Cushman & Wakefield

Dabei befindet sich der Markt nach Einschätzung der Autoren nicht mehr in einer Phase beschleunigten Wachstums, sondern in einer Phase zunehmend gesteuerten Wachstums, da Regierungen Regeln verschärfen, damit neue Rechenzentren bestehende Ressourcen, besonders Stromnetze, nicht überlasten. Gleichzeitig verlangen Investoren klarere Nachweise, wie hohe Infrastrukturinvestitionen in Gewinn, Cashflow und Preissetzungsmacht umgemünzt werden können. Stromverfügbarkeit bleibt der zentrale Engpass. Neue Großlastanschlüsse benötigen weltweit im Schnitt 4,4 Jahre. Zusätzlich gewinnt die Stimmung in lokalen Gemeinschaften an Bedeutung, weil organisierter Widerstand Genehmigungen direkt beeinflussen kann.

Unterschieden wird zwischen Rechenzentrumsinfrastruktur und allgemeinen AI-Investments: Während bei Infrastruktur aufgrund niedriger Leerstände, starker Vorvermietung, Stromengpässen und regulatorischer Gründe eine Blase unwahrscheinlich ist, gilt es dennoch Kapitaldisziplin zu wahren, weil eine frühere Abschwächung des Umsatzwachstums Investoren verunsichern könnte. Die starke Nachfrage zeigt sich auch in der Baupipeline, die gegenüber der Vorjahresausgabe deutlich gewachsen ist. Tendenziell werden Primärmärkte weiter bevorzugt, gleichzeitig wird aber auch ein wachsendes Interesse an Sekundär- und Tertiärmärkten konstatiert.


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