21.08.2012 | Recht

Gesetzentwurf zur Regulierung von Hochfrequenzhandel

Das Bundesfinanzministerium hat Ende Juli einen Gesetzentwurf zur Regulierung von Hochfrequenzhandel (High Frequency Trading) an Börsen veröffentlicht. Hochfrequenzhandel steht in der Kritik durch eine hohe Anzahl an Orders Liquidität im Markt vorzutäuschen, zu Überlastung von Handelssystemen zu führen und Volatilität durch Überreaktionen zu verstärken. Detaillierte Untersuchungen zu diesem Thema existieren bisher jedoch kaum.
 
Die Bundesregierung will mit dem aktuellen Gesetzentwurf die Stabilität und die Integrität der Finanzmärkte stärken, ohne den Hochfrequenzhandel zu verbieten.

Der BAI erarbeitet aktuell eine Stellungnahme und hat die wesentlichen Inhalte wie folgt  zusammengestellt:
Zu den wesentlichen Inhalten des Gesetzes gehört die Erweiterung der Definition des Eigenhandels um den Hochfrequenzhandel. Damit werden Hochfrequenzhändler unter die Aufsicht der BaFin gestellt. Das Gesetz enthält zudem besondere Anforderungen an den algorithmischen Handel. Wertpapierdienstleistungsunternehmen, Kapitalanlagegesellschaften und selbstverwaltende Investmentaktiengesellschaften, die algorithmischen Handel betreiben, müssen künftig organisatorisch sicherstellen, dass ihre Handelssysteme derart ausgestaltet sind, dass Störungen des Marktes unterbleiben. Darüber hinaus wird klargestellt, dass bestimmte Handelspraktiken, welche ohne Handelsabsicht getätigt werden, um das Funktionieren der Handelssysteme zu stören oder zu verzögern
oder andere Handelsteilnehmer zu täuschen, als Marktmanipulation anzusehen sind. Schließlich wird eine Gebühr bei exzessiver Nutzung von Handelssystemen eingeführt, ebenso die Verpflichtung für Handelsteilnehmer, ein angemessenes Verhältnis zwischen den Kauf- und Verkaufsaufträgen und den tatsächlich ausgeführten Geschäften zu gewährleisten. Zudem wird eine sog.  Mindestpreisänderungsgröße eingeführt, um dem Trend zu immer kleineren Mindestpreisänderungsgrößen entgegenzuwirken. Um ein Ausweichen auf multilaterale Handelssysteme zu verhindern, werden diese Regelungen auch auf multilaterale Handelssysteme anzuwenden sein.

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