Geldpolitik mindert Laufzeitprämie von Anleihen
Robeco hat die Entwicklung der Laufzeitprämie von Anleihen untersucht und die Erwartungen für die Zukunft erörtert. In den vergangenen 10 Jahren ist die Laufzeitprämie in den USA, Deutschland und Japan deutlich zurückgegangen. Der starke Gleichlauf zwischen den Regionen macht gemeinsame Faktoren für diese Entwicklung wahrscheinlich. Als wesentlichen Grund identifiziert Robeco die Knappheit an sicheren Assets, hervorgerufen durch die Ausweitung der Fremdwährungsreserven durch die Zentralbanken ab dem Jahr 2000 und verschärft durch unkonventionellen geldpolitischen Maßnahmen. Der Anteil der Veränderung der Laufzeitprämie, der durch globale Faktoren erklärt werden kann, ist seit dem Beginn der QE-Programme von 69 auf 83 % gestiegen. 
Quelle: Robeco
Die unkonventionellen Maßnahmen haben erhebliche Portfolioumschichtungen nach sich gezogen, was die internationale Interdependenz der Laufzeitprämien erklärt: Während sich die privaten Anleger aus europäischen und japanischen Papieren zurückgezogen haben, wurde zumindest ein Teil dieser Volumina in US-Anleihen investiert. Obwohl die Geldpolitik sich dort normalisiert hat, gab es wegen der zusätzlichen internationalen Nachfrage keine Änderungen der US-Laufzeitprämie. Angesichts der fortgesetzten Knappheit an sicheren Anlagen wird davon ausgegangen, dass sich die Laufzeitprämien auch in der näheren Zukunft gleichlaufend entwickeln. Längerfristig geht die Autorin davon aus, dass die Laufzeitprämie ein Anstiegspotenzial von 160 (USA) bis 230 (Deutschland) Basispunkten hat. 
Quelle: Robeco
Für die kommenden 12 Monate wird allerdings nur mit moderaten Anstiegen von 10 bis 25 Basispunkten gerechnet. Gründe hierfür sind einerseits das fortgesetzte Wachstum der Zentralbank-Assets bis Ende des Jahres und andererseits das erwartete, sehr langsame Abschmelzen hiervon in der Zukunft. In den USA dürfte die Entwicklung tendenziell schneller von statten gehen als in Europa – auch, weil in Europa geringere Inflationsrisiken bestehen. Größere Renditeanstiege dürften daher eher durch die Zinspolitik der Zentralbanken als durch Änderungen der Laufzeitprämie ausgelöst werden.
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