05.05.2021 | Märkte

GDV: Einfluss von ESG auf die Rendite-Risiko-Profil

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat in einer Aktualisierung der Forschungsarbeit: „Analyse zur Ertragsentwicklung nachhaltiger Investments“ die Auswirkungen von ESG-Konzepten auf das Rendite-Risiko-Profil von Kapitalanlagen untersucht. Dafür wurden öffentliche Studien und Metastudien herangezogen sowie Experteninterviews ausgewertet.

Die Bedeutung der Berücksichtigung von ESG-Kriterien hat unter Anlegern stark zugenommen. Dennoch kursiert nach wie vor der Vorbehalt, dass die Berücksichtigung von ESG-Aspekten mit zusätzlichen Kosten verbunden ist und folglich die erzielbare Rendite schmälert.

Für die Analyse unterschieden die Autoren zwischen nachhaltigen Anlagen, wie bspw. Investitionen in erneuerbare Energien oder Green Bonds und nachhaltigen Anlagekonzepten, bei denen die ESG-Kriterien systematisch in die Kapitalanlage und in das Risikomanagement einbezogen werden. Für die Untersuchung der Ertragsentwicklung der letzteren wurde die risikoadjustierte Rendite der Anlagen hinzugezogen, die nachhaltige Geldanlage wurde anhand der erzielbaren Rendite im Vergleich zur Rendite konventioneller Anleihen untersucht.

Hinsichtlich der Auswirkungen von integrierten ESG-Konzepten ergibt die Analyse kein eindeutiges Bild. Einerseits kann die Einschränkung des Anlageuniversums durch Negativscreenings bei zunehmender Portfoliokonzentration oder erhöhtem Tracking Error zu negativen Ertrags- und Risikoeffekten führen. Andererseits kann die Verwendung von ESG-Kriterien einen positiven Einfluss auf das Risikomanagement bzw. die Reduktion von Tail Risks haben, da ESG-Analysen Informationen zum systematischen Risiko von Unternehmen liefern, die über Finanzkennzahlen hinausgehen. Die höchste finanzielle Relevanz (Materialität) hat dabei der Governance-Faktor. Zudem können durch den Einbezug von ESG-Kriterien physische Risiken sowie Transitionsrisiken reduziert werden. Die konkreten Auswirkungen hängen jedoch stark von der gewählten Strategie ab.

Bei den nachhaltigen Investments deuten die derzeit vorliegenden Studien dagegen überwiegend auf negative Effekte für die am Primärmarkt erzielbare Rendite. Bei der Emission weisen Grüne Anleihen eine leicht geringere Rendite auf als die konventionellen Pendants und die Liquidität ist geringer.

Die Autoren weisen darauf hin, dass noch tiefergehende wissenschaftliche Studien fehlen, die sich mit den materiellen Werttreibern von nachhaltigen Investments beschäftigen und den Einfluss auf den langfristigen Ertrag hinreichend deutlich erklären.


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