Gamma-Exposure und Aktienrenditen
Amar Soebhag von der Erasmus University Rotterdam untersucht in einem Research Paper, ob es einen Zusammenhang zwischen dem Optionshandel und der Preisdynamik der unterliegenden Assets gibt. Hierbei fokussiert sich der Autor auf den Einfluss des Gammas auf die Renditen im Querschnitt. Das Gamma gibt die Veränderung des Deltas einer Option bei Veränderungen des Preises des unterliegenden Assets an und zeigt damit auf, wie aggressiv die Assets von Stillhaltern gehandelt werden müssen, um deltaneutral zu bleiben. Wenn Market Maker ein negatives Gamma-Exposure haben, müssen sie Aktien nachkaufen, wenn diese im Preis steigen und verkaufen, wenn sie sinken. Somit werden hier Preisbewegungen verstärkt. Umgekehrt verhält es sich bei positivem Gamma-Exposure.
Betrachtet werden US-Aktien und ihre Optionen für den Zeitraum 1996 bis 2021. Das Gamma-Exposure wird als gammagewichtete Summe des Open Interest der ausstehenden Optionen auf diese Aktie approximiert. Basierend auf dem Gamma-Exposure werden die Aktien in Dezilportfolios sortiert. Es zeigt sich, dass die Aktien mit dem geringsten Gamma-Exposure um 10,4 % höhere annualisierte Renditen generiert haben als die Titel mit dem höchsten Gamma-Exposure (0,87 % im Monat). Auch unter Berücksichtigung diverser Kontrollvariablen bleibt diese Differenz hochsignifikant.
Performance der Dezilportfolios sortiert nach Netto-Gamma-Exposure

Quelle: Soebhag, 2022 (Ausschnitt)
Dass Aktien mit niedrigerem Gamma-Exposure eine höhere Rendite generiert haben, ist konsistent mit der Hypothese, dass Investoren eine Risikoprämie für Titel einfordern, bei denen trendverstärkende Effekte aus dem Optionshandel zu erwarten sind. Aktien mit positivem Gamma-Exposure, bei denen Preistrends durch die Stillhalter eher gedämpft werden, werden von den Investoren hingegen als sicherere Assets angesehen.
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