Fristenkongruenz ist größte Risikokomponente bei Covered Bonds
Die Ratingagentur Fitch hat eine Auswertung der globalen Covered-Bond-Programme des ersten Halbjahres 2014 veröffentlicht. Covered Bonds werden von Banken zur Refinanzierung genutzt und durch Hypotheken oder öffentliche Wertpapiere besichert. Anders als Asset Backed Securities sind Covered Bonds durch einen eigenen Regulierungsrahmen gekennzeichnet, was in etwa dem deutschen Pfandbrief entspricht. Der Ratingagentur zufolge spielt das Kreditrisiko des Deckungspools aber nur eine untergeordnete Rolle für das Risiko der Anleihen der meisten Covered-Bond-Programme. Das weitaus größere Risiko geht aus mangelnder Fristenkongruenz zwischen den Krediten im Deckungspool und den Kuponstrukturen der Anleihen hervor. Für 57 % der untersuchten Programme ist dieses sogenannte Asset-Disposal-Risiko der größte Einflussfaktor auf das erteilte Rating. Das Kreditrisiko selbst ist nur bei 29 % der Programme der wichtigste Risikofaktor.
Quelle: Fitch Ratings
Die Ratingverteilung der 131 untersuchten Programme ist der Agentur zufolge stabil. 59 % des bewerteten Universums wird als AAA eingestuft. Aus den übrigen 41 % werden über die Hälfte mit AA oder A bewertet. Nur 6 Programme werden unter Investment Grade eingestuft, fünf davon aus Griechenland, eins aus Zypern. Die größten Emittenten weltweit sind nach wie vor skandinavische, deutsche und spanische Institute. Das ausstehende Volumen sank 2013 um 6 Prozent, da viele Banken das niedrige Zinsumfeld für die verstärkte Emission unbesicherter oder nachrangiger Anleihen genutzt haben.
Quelle: Fitch Ratings
Im ersten Halbjahr 2014 lag das Emissionsvolumen mit rund 80 Mrd. Euro weltweit etwa auf Vorjahresniveau. Zunehmende Emissionstätigkeiten waren aber vor allem im Italien, Kanada und Großbritannien zu beobachten, während Institute aus Schweden und Norwegen weniger emittierten als im Vorjahreszeitraum.