Fondsschließungen und Survivorship-Bias im Anleihensegment
In einem Anfang des Jahres veröffentlichten Aufsatz untersuchen drei Autoren der Universität Augsburg und der Universität Erlangen-Nürnberg, unter welchen Voraussetzungen Anleihenfonds geschlossen werden. Weiterhin analysieren sie erstmalig ob und wie stark sich ein möglicher Survivorship-Bias auswirkt. Vorhergehende Analysen liegen bereits 20 Jahre zurück und umfassen ein weitaus kleineres Fondsuniversum. Die Möglichkeiten der Fondsmanager durch Derivate die Performance zu beeinflussen ist heute sehr viel größer als noch vor 20 Jahren, wodurch deutlich größere Renditeschwankungen zu beobachten sind. Die Autoren Martin Rohleder, Hendrik Scholz und Marco Wilkens kommen zu dem Schluss, dass Fondsschließungen nahezu unabhängig von der Renditeverteilung sind und dadurch nicht erklärt werden können. Lediglich für Fonds mit wenigen Assets under Management weisen sie einen schwachen Zusammenhang nach. Vielmehr haben Kapitalzu- oder abflüsse einen signifikanten Erklärungsgehalt für Closings.
Quelle: Rohleder, Scholz, Wilkens (2012)
Ökonomisch signifikant ist ebenfalls der aus den Fondsschließungen abgeleitete Survivorship-Bias, der in der Stichprobe die Performance im Schnitt um 40 % überschätzt. Der Einfluss des Survivorship-Bias steigt dabei im Zeitablauf. Für bestimmte Assetklassen liegt er bei bis zu 100 %. Im Segment Mortgage-Backed-Bond-Fonds weisen die Autoren einen negativen Bias nach.
Diese Arbeit wurde im Rahmen des European Financial Management (EFM) Symposium in Hamburg diskutiert. Informationen zum Symposium sowie die Paper-Sammlung finden Sie <link news detail _blank external-link-new-window external link in new>hier.