Flow-Performance-Sensitivität an schlechten Handelstagen
Ein Research Paper untersucht, wie sensibel Investoren auf die Tagesperformance von US-Aktienfonds reagieren, insbesondere an Tagen mit besonders schlechten Marktbedingungen. Die drei Autoren analysieren die Reaktion der wöchentlichen Mittelzuflüsse (Flows) auf die Performance einzelner Tage und stellen fest, dass diese Sensitivität vor allem an Tagen mit ungewöhnlich niedrigen Marktrenditen („bad days“) ausgeprägt ist. An solchen Tagen belohnen Anleger Fonds, die besser als der Markt abschneiden, mit Zuflüssen, während sie Underperformer mit Abflüssen bestrafen.
Für die Analyse wurden Daten von 1.967 aktiven US-Aktienfonds aus dem Zeitraum August 2008 bis Juni 2022 verwendet. Zusätzlich wurden Daten zum Nutzerverhalten auf großen Finanzwebsites herangezogen, um die Anlegeraufmerksamkeit zu messen. Sie unterscheiden dabei explizit zwischen „bad days“ – definiert als Tage mit Marktrenditen unterhalb des 5. Perzentils der letzten zwölf Monate – und anderen Tagen. Mithilfe von Regressionsanalysen mit verschiedenen Kontrollvariablen und Fixed Effects wird die Flow-Performance-Sensitivität quantifiziert. Darüber hinaus analysieren sie die Persistenz der Fondsperformance an schlechten Tagen und vergleichen die langfristige Performance von Fonds mit hoher und niedriger „Bad Day“-Performance.
Zusätzliche Flows gegenüber Median an schlechten (Panel B) und guten (Panel C) Markttagen nach Performancedezilen

Quelle: Samia Badidi (Tilburg University), Martijn Boons (Nova School of Business and Economics), Rafael Zambrana (University of Notre Dame)
So zeigt sich, dass Anleger bereits auf die Tagesperformance von Fonds reagieren, wobei diese Reaktion an schlechten Markttagen besonders stark ausfällt. Ein Rückgang der Marktperformance um eine Standardabweichung erhöht die Sensitivität der Flows auf die Tagesperformance um etwa 25 %.
Die 20 % schlechtesten Markttage tragen überproportional zur Varianz der Fondsflüsse bei – ähnlich viel wie die restlichen 60 % der „normalen“ Tage zusammen. Fonds, die an diesen Tagen schlecht abschneiden, verzeichnen deutliche Mittelabflüsse, während Outperformer relativ stabil bleiben.
Die Autoren zeigen zudem, dass die Fähigkeit, an schlechten Tagen besser als der Markt abzuschneiden („bad day skill“), unter Fondsmanagern persistent ist. Fonds, die in der Vergangenheit an schlechten Tagen gut abgeschnitten haben, tun dies mit erhöhter Wahrscheinlichkeit auch in Zukunft. Interessanterweise ist diese Fähigkeit spezifisch für schlechte Tage und nicht einfach Ausdruck allgemeiner Managerqualität, da die Korrelation zwischen Performance an schlechten Tagen und an anderen Tagen negativ ist.
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