16.12.2025 | Studie

Finanzierung und Fremdkapitaleinsatz bei Single Family Offices

Viele Single Family Offices nutzen Finanzierung nicht mehr nur operativ, sondern als strategisches Instrument der Liquiditätssteuerung, zeigt eine Untersuchung der Deutschen Bank, in der der Einsatz von Leverage, Transaktionsfinanzierungen und Private Credit untersucht werden. Die Autoren arbeiten durch Befragung von 209 Single Family Offices weltweit vier Kernergebnisse heraus. Ein erheblicher Teil der Befragten gibt an, Finanzierung für Liquiditätszwecke einzusetzen, wobei Kreditlinien häufig bereits im Vorfeld eingerichtet werden, ohne unmittelbar genutzt zu werden. Ziel ist es, flexibel auf Investitionsgelegenheiten oder externe Belastungen reagieren zu können, ohne Vermögenswerte veräußern oder übermäßig große Barreserven vorhalten zu müssen. 

Die Portfolios der Family Offices sind im Durchschnitt zu 57 % illiquide. Ein Großteil der Befragten gibt an, Leverage im Zusammenhang mit diesen illiquiden Portfolios einzusetzen. Im Unterschied zu anderen Investoren können Family Offices aufgrund ihrer sehr langfristigen Entscheidungs­horizonte antizyklisch agieren, ihre Allokationen in Phasen erhöhter Zurückhaltung anderer Marktteilnehmer erhöhen und illiquide Vermögenswerte in Marktverwerfungen gezielt als Investitionsgelegenheiten betrachten.


Quelle: Deutsche Bank

Fremdkapital wird zunehmend eingesetzt, um größere und komplexere Transaktionen durchzuführen, auch bei sehr großen und liquiden Family Offices. Betont werden die Bedeutung von Umsetzungssicherheit bei der Zusammenarbeit mit einem einzelnen Anbieter statt eines Konsortiums sowie die enge Einbindung in Due-Diligence-Prozesse. Mit wachsender Größe und Professionalisierung der Family Offices steigt zugleich der Wettbewerbsdruck um attraktive Deals, wodurch ein Kapitalgeber, der schnell und flexibel reagiert von hoher Bedeutung ist.

Ein Großteil der befragten Family Offices ist im Bereich Private Credit aktiv und tritt als Kapitalgeber auf, entweder direkt oder in Zusammenarbeit mit Private-Credit-Fonds. Die Mehrheit erwartet dabei hohe Renditen, häufig in einer Größenordnung von mindestens zehn Prozent. Hervorgehoben wird, dass Family Offices Private-Credit-Fonds nicht ausschließlich wegen der Governance und Due-Diligence-Prozesse nutzen, sondern auch strategisch, um langfristige Beziehungen innerhalb der Private-Markets-Struktur aufzubauen und Zugang zu Co-Investments zu erhalten.


Quelle: Deutsche Bank


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