Faktor-Timing mit Momentumstrategien
Der Momentum-Effekt ist nicht nur für Einzeltitel, sondern auch auf Faktorebene nachweisbar, zeigen Tarun Gupta und Bryan Kelly von AQR in einem Researchpaper. Die Autoren untersuchen 65 Faktoren im US-Markt. Für 49 lässt sich eine signifikant positive Autoregression feststellen. Basierend darauf wird eine Zeitreihen-Momentum-Handelsstrategie berechnet, bei der jeder Faktor in Relation zu seiner Vormonatsrendite ge- oder verkauft wird. Für 47 Faktoren ergibt sich daraus eine signifikant positive Rendite. Diese Momentum-Einzelfaktor-Ansätze kombinieren die Autoren zu einer marktneutralen Gesamtstrategie (TSFM). Faktoren mit negativer Vormonatsrendite werden dabei verkauft und solche mit positiver Rendite gekauft. Hiermit ließ sich eine annualisierte Rendite von 12 % erzielen, risikoadjustiert ergibt sich eine Sharpe Ratio von 0,84. Dieser Ansatz funktioniert auch dann, wenn nicht nur die Vormonatsrenditen, sondern längere Performances der Faktoren genutzt werden.
Quelle: Gupta, Kelly, 2019
Diese positive Performance kann weder durch das generelle Faktor-Exposure noch durch den Momentum-Effekt auf Einzeltitelebene erklärt werden. Gegenüber klassischen Momentum-Ansätzen, egal ob auf Einzeltitel- oder Sektorebene, Value-Strategien und anderen Faktoren kann eine risikoadjustierte Outperformance erzielt werden. Diese bleibt bestehen, wenn Turnover und Transaktionskosten berücksichtigt werden. Auch sind die Ergebnisse sowohl für das verwendete US-Sample als auch auf globaler Ebene nachweisbar. Die Autoren schließen, dass Momentum allgemeines Phänomen ist, das auch außerhalb der idiosynkratischen Bewegungen einzelner Aktienkurse existiert. 
Quelle: Gupta, Kelly, 2019
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