EVCA und EU-Kommission zur Zukunft von Venture Capital
Die European Private Equity & Venture Capital Association (EVCA) hat Anfang März gemeinsam mit Vertretern der EU-Kommission die Zukunft von Private Equity und insbesondere Venture Capital in Europa diskutiert. Ziel ist die Verbesserung der Rahmenbedingungen für diese Anlageform sowie eine engere Zusammenarbeit zwischen Privatwirtschaft und öffentlicher Hand. Die Diskussion steht in Zusammenhang mit der Initiative "Europe 2020", die unter der Zielsetzung eines schnelleren und nachhaltigeren Wachstums in Europa initiiert wurde und die Lissabon-Agenda für Wachstum und Beschäftigung ablöst. Als Grundlage hat die EVCA ein White Paper veröffentlicht, in dem der Status von Venture Capital in Europa, Hindernisse und Lösungsvorschläge aufgezeigt werden.
Quelle: EVCA
Kritisiert wird u.a. die aktuelle Definition der KMU (Klein- und Mittelstandsunternehmen), die Kosten und der Zeitfaktor für Patente, die Regulierung von Finanzrisiken und der fehlende Zugang zu öffentlichen Geldern für Forschung und Entwicklung. Insgesamt entstehe daraus eine strukturell bedingte Finanzierungslücke für Wagniskapital, die unternehmerische Innovationen verhindere. Zudem mangele es am Interesse institutioneller Investoren. Daher empfehlen die Autoren neben Erleichterungen bei der Bilanzierung und im Steuerrecht eine Kapitalinitiative von öffentlicher Hand, die die privatwirtschaftliche Nachfrage nach Venture Capital steigern soll. Konkret wird hier der Einsatz von Dachfonds empfohlen, die sowohl öffentliches, als auch privates Kapital einsetzen.