ETFs können Markteffizienz ihrer Einzeltitel beeinträchtigen
In einem aktuellen Forschungspapier untersuchen Doron Israeli von der Arison Business School, Charles Lee von der Stanford University und Suhas Sridharan von der UCLA die Einflüsse des ETF-Engagements auf die Preiseffizienz der in den Indizes enthaltenen Einzeltitel. Mit Ausweitung des ETF-Volumens sinkt die Anzahl der frei verfügbaren Aktien der unterliegenden Unternehmen am Markt, so dass diese nicht mehr für Anleger verfügbar sind, die auf Basis von unternehmensbezogenen Informationen handeln. Daneben stellen die ETFs eine attraktive Anlagemöglichkeit für uninformierte Investoren dar, die andernfalls direkt in den unterliegenden Titeln gehandelt hätten. Folglich führen ETFs zu einer Verringerung der Liquidität im Markt und senken die Anreize für Anleger, Ressourcen zur Gewinnung unternehmensrelevanter Informationen aufzuwenden. Für ein Daten-Sample, das den Zeitraum 2000 bis 2014 umfasst, weisen die Autoren vier Effekte des ETF-Engagements in den Einzelaktien nach.
Quelle: Israeli, Lee, Sridharan (2015)
Unternehmen, von denen ETFs einen hohen Anteil der verfügbaren Aktien halten (>3 %), weisen im Mittel einen um 6 % erhöhten Bid-Ask-Spread auf. Dabei sind die Ergebnisse robust bezüglich des Zeithorizontes. Weiterhin ergeben sich keine qualitativen Änderungen, wenn statt der absoluten Level die Veränderungen von ETF-Engagement und Spreads betrachtet werden: ETF-Engagement erhöht die Handelskosten und senkt die Liquidität der im Index enthaltenen Titel, ist die Folgerung der Autoren. Daneben sinkt die Preiseffizienz der Aktien, was sich in einer Zunahme des Gleichlaufes der Renditen widerspiegelt. In diesem Zusammenhang weisen die Autoren auch darauf hin, dass sich der Zusammenhang zwischen aktueller Kursbewegung und zukünftigen Umsätzen verschlechtert. Abschließend wird gezeigt, dass mit der Zunahme des Anteils der von ETFs gehaltenen Aktien die Analysten-Coverage der betreffenden Unternehmen abnimmt.
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