22.04.2009 | Studie

ETFs liefern vergleichbare Nettorendite wie institutionelle Fondsklassen

In einer aktuellen Studie vergleichen Marko Svetina, Universität San Diego, und Sunil Wahal, Arizona State University, die Performance von ETFs mit anderen Indexfonds und analysieren die Auswirkungen des zusätzlichen Wettbewerbs durch neue ETFs auf die Mittelzuflüsse traditioneller Indexfonds und bestehender ETFs.
 
Um einen detaillierteren Performance-Vergleich zu ermöglichen, splitten die Autoren die Stichprobe traditioneller Fonds in Retail- und institutionelle Klassen. Vor Berücksichtigung von Kosten (Bid-Ask-Spreads, Management Fees und Ausgabeaufschlägen) finden die Autoren keine signifikanten Renditeunterschiede zwischen ETFs und klassischen Fonds. Dies ändert sich jedoch nach Berücksichtigung der Kosten und Gebühren. ETFs weisen sodann eine statistisch signifikante Outperformance von 0,31% p.a. gegenüber Retail-Fonds, die die gleiche Benchmark tracken, auf. Aufgrund der geringeren Managementgebühren für institutionelle Klassen tritt eine signifikante Outperformance von ETFs gegenüber diesen Fonds nicht auf. Durch den Markteintritt von ETFs mussten traditionelle Fonds erhebliche Rückgänge im Mittelzufluss hinnehmen. Die Autoren schätzen diese auf durchschnittlich 136 Mio. US-Dollar für jeden hinzugekommenen ETF. Aber auch bestehende ETFs erleiden Mittelabflüsse, wenn neue ETFs im gleichen Segment lanciert werden.

Insgesamt analysieren die Autoren eine Stichprobe von 584 ETFs für den Zeitraum 1993 bis 2007. Die meisten dieser ETFs bilden direkt einen bekannten Benchmark-Index ab, wobei es für mehr als 80% der Indizes keinen vergleichbaren Investmentfonds gibt. In den Fällen, bei denen ein Vergleich möglich ist, erzielen die ETFs eine etwas bessere Performance als die Fonds, bleiben aber gleichwohl aufgrund ihrer Gebühren hinter ihren Benchmark-Indizes zurück. Für ETFs, die US-amerikanische Indizes abbilden, beträgt die Renditedifferenz 0,26% p.a. In wie weit diese Untersuchung auf europäische ETFs übertragbar ist, muss untersucht werden, da hier z.B. Swap-basierte ETF-Anbieter teilweise angeben, den Index sogar nach Kosten übertreffen zu können.

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