Erfolgreiche Umsetzung von Faktorstrategien
In einem Forschungspapier untersuchen Eduard van Gelderen und Joop Huij von der Rotterdam School of Management, ob Asset Manager, die wissenschaftlich nachgewiesene Anomalien der Finanzmärkte nutzen, langfristig besser abschneiden, als Manager, die dies nicht tun. Dazu analysieren die Autoren mehr als 6.000 amerikanische Aktienfonds für den Zeitraum von 1990 bis 2010. Adaptierende Fonds werden über eine Regressionsanalyse identifiziert und den Strategien Low-Beta, Small Cap, Value, Momentum, Short-Term-Reversal und Long-Term-Reversal zugeordnet. Die Analyse der Performance zeigt, dass Produkte, die mit Low-Beta-, Small Cap- oder Value-bias investieren, langfristig Überrenditen erwirtschaften. Die Überrenditen bleiben darüber hinaus auch im Zeitablauf bestehen, wenn die Popularität der Faktorstrategie steigt.
Quelle: van Gelderen, Huij (2013)
Der Vorteil bestimmter Faktorstrategien wird an der Renditeverteilung deutlich. So ist die Alpha-Verteilung von Produkten mit Value-bias deutlich vorteilhafter als die Renditeverteilung von Fonds, die keine Faktorstrategie umsetzen. Rund 66 % der Value-Fonds liefern ein positives Alpha. Unter den Fonds ohne Faktorexposure liegt der Anteil bei nur 20 %. Unter den Small-Cap-Fonds sind rund 61 % der Asset Manager in der Lage ein positives Alpha zu generieren. Für Momentum- und Reversal-Strategien können die Autoren jedoch keinen Mehrwert nachweisen und führen dies auf die ihrer Ansicht nach schwächeren akademischen Belege für die Existenz dieser Faktoren zurück.