Entwicklungsfaktoren für Frontier Markets
Robuste makroökonomische Fundamentaldaten und wirksame staatliche Institutionen sind entscheidende Faktoren dafür, dass Länder mit niedrigem Einkommen den Status eines Frontier Market erreichen, zeigt ein Working Paper des Internationalen Währungsfonds. Frontier Markets gelten für Länder mit niedrigem Einkommen als mögliche Zwischenstufe auf dem Weg zu Emerging-Market-Status und zu einem breiteren Zugang zu internationalem privatem Kapital. Die Autoren entwickeln zunächst eine zeitvariable Klassifikation von Frontier Markets, die auf fünf Indikatoren basiert: Geldmarktiefe, grenzüberschreitende Kredite und Einlagen, Börsenkapitalisierung, Portfoliozuflüsse sowie Zugang zum internationalen Anleihemarkt. Ein Land wird als Frontier Market eingeordnet, wenn es in einem Dreijahresfenster mindestens vier der fünf Kriterien erfüllt. Die Klassifikation umfasst 87 Länder für den Zeitraum 1993 bis 2022.

Quelle: IMF
Auf dieser Grundlage analysieren die Autoren in einem zweiten Schritt die Faktoren, die mit einem Wechsel aus der Gruppe der Non-Frontier Low-Income Countries in die Frontier-Market-Gruppe verbunden sind. Dafür schätzen sie Regressionsmodelle mit länderspezifischen makroökonomischen und institutionellen Variablen sowie globalen Einflussfaktoren. Die Ergebnisse weisen auf die Bedeutung länderspezifischer Faktoren für den Statusübergang hin. Höheres Wachstum, niedrigere Staatsschulden und eine höhere Effektivität staatlichen Handelns stehen mit einer höheren Übergangswahrscheinlichkeit in Verbindung; globale Einflussfaktoren spielen eine geringere Rolle.
In einem dritten Schritt untersuchen die Autoren, wie die Risikoaufschläge auf Staatsanleihen von Frontier Markets auf Veränderungen der US-Geldpolitik reagieren. Diese Risikoaufschläge reagieren ähnlich wie jene von Emerging Markets. Flexible Wechselkurse, umfangreiche Währungsreserven, eine niedrigere öffentliche Verschuldung und geringere Haushaltsdefizite gehen dabei mit einer gedämpfteren Reaktion auf Veränderungen der globalen Finanzierungsbedingungen einher.

Quelle: IMF
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