13.10.2014 | Studie

Entwicklung von Qualitätsstandards für den Green-Bond-Markt

Emittenten aus dem Corporate-Bereich sind in diesem Jahr erstmals die treibende Kraft im Markt für Green Bonds. Nachdem die Weltbank im Jahr 2008 den Grundstein für nachhaltige Anleihen gelegt hatte, waren vor allem supra- und multinationale Entwicklungsbanken als Emittenten in diesem Segment aktiv. Von den 24 seitdem emittierten Corporate Green Bonds sind allein 18 in der ersten Jahreshälfte 2014 begeben worden. Das Marktvolumen privater Emittenten stieg in diesem Jahr um 8,3 Mrd. auf 11 Mrd. Euro. Vor diesem Hintergrund stellt Oekom Research in einem Positionspapier Anfang September die Frage, wie "grüne" Unternehmensanleihen zu definieren sind. Derzeit existieren keine festen Regeln und Prozesse, um der Kritik des "greenwashing" herkömmlicher Unternehmensanleihen entgegen zu wirken.


Quelle: Oekom Research

Seit dem Markteintritt von Fahrzeugherstellern und Atomkonzernen stellt sich die Frage, ob die finanzierten Projekte tatsächlich "green" sind, schreibt Oekom. Potenziell kontrovers diskutierte Projekte sind Finanzierungen in den Bereichen Atomenergie, CO2-Ausstoß und Dammbau.  
Nach Auffassung von Oekom Research benötigt der neue Markt der Corporate Green Bonds weitere Regeln und Kontrollmechanismen. Ein erster Schritt in diese Richtung stammt von einer Gruppe von Investmentbanken, die Anfang des Jahres "Green Bond Principles" veröffentlicht haben, wie auch der Absolut|report berichtete. Ebenfalls ist zu beobachten, dass immer mehr Emittenten ihre Anleihen durch eine externe Agentur auf ihre Nachhaltigkeit hin bewerten lassen.


Quelle: Oekom Research

Dass die Nachfrage auf Investorenseite groß ist, zeigen auch die Überzeichnungen der vor kurzem aufgelegten Bonds. Unter den Investoren dominierten dabei institutionelle Investoren aus Westeuropa, Skandinavien und Nordamerika. Auch im Rahmen des UN Climate Summit hat eine Investorengruppe Ende September eine Erklärung veröffentlicht, in der sie öffentlich ihre Unterstützung für die Entwicklung eines Green- und Climate-Bond-Markts ausrufen. Die 14-köpfige Gruppe um die Schwedischen AP-Pensionsfonds, CalSTRS, Aviva Investors, BNP Paribas, Natixis, Zurich Insurance und weitere institutionelle Investoren verantworten zusammen über 2 Billionen US-Dollar. Zentrale Forderungen richten sich an Regulatoren und Regierung vorteilhafte Rahmenbedingungen zu schaffen, sowie an Industrie und Emittenten transparente und anleihenfinanzierbare Projekte auf den Weg zu bringen. In diese Kerbe schlägt auch Oekom in seinem Positionspapier. Es liegt nun an den Emittenten und Investmentbanken einen klaren Qualitätsstandard für grüne Unternehmensanleihen zu etablieren, schreibt Oekom. Zentral muss nach Auffassung der Autoren dabei die Zweckbindung bzw. Verknüpfung des Emissionserlöses an nachhaltige Projekte sein.

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