25.10.2018 | Märkte

Entwicklung systemischer Risiken seit der Finanzkrise

Seit der Finanzkrise 2008 haben sich schuldenbedingte systemische Risiken für das globale Finanzsystem deutlich verringert, zeigt eine Marktanalyse von McKinsey. Selbst wenn es zu Überhitzungen und dem Platzen von Blasen kommt, ist es unwahrscheinlich, dass dies einen ähnlichen Kollaps wie 2008 zur Folge haben wird. Weltweit hat sich die Verschuldung von Staaten, Unternehmen der Realwirtschaft und Haushalten seit Ende des Jahres 2007 um absolut 72 Billionen US-Dollar auf 169 Billionen US-Dollar erhöht, wobei sie in Relation zum BIP weitgehend konstant geblieben ist. Besonders stark war das Wachstum der Staatsschulden in den Industrieländern. Auch die Verbindlichkeiten realwirtschaftlicher Unternehmen sind erheblich angestiegen, wobei dies zu rund zwei Dritteln von den Entwicklungsländern ausging und entsprechende Risiken bei Zinsanstiegen nach sich zieht – insbesondere bei Denominierung der Verbindlichkeiten in Fremdwährungen.


Quelle: McKinsey&Company

In Relation zum BIP haben die Haushalte in den USA und Europa ihre Immobilienkredite seit der Finanzkrise verringert. Im Gegenzug sind die Schulden für andere Zwecke wie Studien- oder Autokredite angestiegen. Banken haben seit der Krise ihr Eigenkapital deutlich aufgestockt und ihre internationalen Aktivitäten zurückgefahren. Einerseits macht dies das System weniger anfällig für Ansteckungseffekte, andererseits hat sich dadurch die Profitabilität verringert, wovon besonders europäische Institute betroffen sind. Bei den internationalen Kapitalflüssen ist der Anteil ausländischer Direktfinanzierungen angestiegen, was durch die langfristigere Orientierung die am wenigsten volatile Form der Kapitalströme darstellt.


Quelle: McKinsey&Company

Auch wenn die Lage insgesamt stabiler scheint als vor einer Dekade, warnen die Autoren, dass neue Risiken hinzugekommen sind, die überwacht werden sollten. Hierzu zählt der starke Anstieg der Verschuldung in China, wobei sich die Auswirkungen bei großflächigen Ausfällen eher in einer Verringerung des chinesischen BIPs als in internationalen Ansteckungseffekten niederschlagen dürften. Weiterhin kommen Risiken durch Algo-Trading ausgelöste Flash Crashes, Blasen bei Crypto-Währungen und geopolitische Spannungen hinzu.


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