Entwicklung afrikanischer Kapitalmärkte
Afrikas Kapitalmärkte bleiben trotz wachsender wirtschaftlicher Bedeutung des Kontinents vergleichsweise klein und wenig entwickelt, zeigt eine umfangreiche Analyse der OECD. Obwohl in den vergangenen 25 Jahren zahlreiche Börsen entstanden sind und Unternehmen rund 220 Mrd. USD an Eigenkapital über öffentliche Märkte aufgenommen haben, entspricht dies lediglich 1 % des weltweit aufgenommenen Eigenkapitals und etwa 3 % des Volumens anderer Schwellenländer. Zudem ist die Aktivität stark konzentriert: Südafrika, Ägypten und Nigeria vereinen mehr als 80 % des aufgenommenen Kapitals auf sich. Insgesamt bleibt die Rolle afrikanischer Kapitalmärkte in der globalen Finanzarchitektur daher begrenzt.

Quelle: OECD
Auch die Fremdkapitalmärkte sind vergleichsweise flach. Das ausstehende Volumen an Unternehmensanleihen und syndizierten Krediten sank von rund 230 Mrd. USD im Jahr 2020 auf etwa 180 Mrd. USD im Jahr 2024 und entspricht damit knapp 1 % des weltweiten Unternehmensschuldenmarktes. Ein Großteil dieser Finanzierung konzentriert sich ebenfalls auf wenige Länder, insbesondere Südafrika, Ägypten, Nigeria und Mauritius. Gleichzeitig ist ein erheblicher Anteil der Unternehmens- und Staatsverschuldung in Fremdwährungen denominiert, was die Anfälligkeit gegenüber Wechselkursrisiken erhöht.
Die geringe Entwicklung der Kapitalmärkte hat wirtschaftliche Auswirkungen, meinen die Autoren. In vielen afrikanischen Ländern ist der Zugang zu Finanzierung ein zentrales Wachstumshemmnis für Unternehmen. Laut Weltbank geben 31 % der Unternehmen an, dass Finanzierung ihr größtes Geschäftsrisiko darstellt – mehr als der globale Durchschnitt von 17 %. Gleichzeitig dominiert weiterhin die Bankenfinanzierung, während Kapitalmärkte und institutionelle Investoren nur eine begrenzte Rolle spielen.

Quelle: OECD
Struktureller Reformen scheinen daher nötig. Dazu gehören der Ausbau von lokalen Anleihenmärkten, eine stärkere Rolle von lokalen institutionellen Investoren, bessere Corporate-Governance-Strukturen sowie eine stärkere regionale Integration der Börsen. Diese Maßnahmen könnten dazu beitragen, Investitionen zu mobilisieren, die Finanzierung der Energiewende zu unterstützen und die Abhängigkeit von volatileren internationalen Kapitalströmen zu reduzieren.
Absolut Research analysiert institutionelle Publikumsfonds mit Fokus auf Afrika jeden Monat in der Publikation Absolut|ranking Equity Emerging Markets und Fixed Income Emerging Markets. Insgesamt analysiert Absolut|ranking mehr als 16.000 aktive und passive Strategien von 2.000 Asset Managern, aufgeteilt auf 34 Assetklassen und Marktsegmente sowie mehr als 200 Universen. Individuelle Mandate und Spezialfonds können ebenfalls untersucht werden.