05.12.2013 | Research

Emerging Markets Investments im Zeitalter der Globalisierung

Trotz aller Kapitalmarktliberalisierungen der letzten Jahre sollte Investments in den Emerging Markets (EM) noch immer als separate Asset-Klasse geführt werden, konstatiert ein Forschungspapier von Geert Bekaert, Columbia University in New York, und Campbell R. Harvey, Duke University in Durham. Zwar ist der Anteil der EM an der weltweiten Marktkapitalisierung von unter 1 % Ende der 80er Jahre auf aktuell 12,6 % gestiegen, jedoch liegt deren Beitrag zur Weltproduktion mit 30 % noch deutlich darüber. Besonders untergewichtet nach diesem Ansatz erscheint China, während die USA eine deutliche Übergewichtung verzeichnen.


Quelle: Bekaert, Harvey (2013)

Wenig überraschend stellen die Autoren fest, dass die Volatilität von EM-Aktieninvestments historisch höher ist als entsprechende Anlagen in den Industrieländern. In den letzten Jahren haben sich die Unterschiede in der Volatilität allerdings deutlich verringert: Zwar unterliegen heute einzelne Märkte in den Entwicklungsländern noch immer starken Schwankungen, doch das Gesamtsegment unterscheidet sich hinsichtlich der Volatilität nicht mehr wesentlich von den Industrieländern. Gleichzeitig hat die Korrelation von EM-Investments und Anlagen in den Industrieländern seit Beginn der 90er Jahre von ca. 0,5 auf 0,9 zugelegt, so dass vormalige Diversifikationsaspekte an Bedeutung verloren haben. Im Zusammenhang mit den ermittelten Betas von 1,2-1,6 muss allerdings berücksichtigt werden, dass sich diese in schwachen Marktphasen tendenziell verringern, so dass die Abwärtsrisiken weniger groß sind, als es der Wert der Betas erschienen lässt.


Quelle: Bekaert, Harvey (2013)

Seit 1981 hat sich die Offenheit der Kapitalmärkte weltweit erhöht. Neben den regulatorischen bzw. rechtlichen Möglichkeiten stehen jedoch noch andere Faktoren, etwa Schutz von Eigentumsrechten, politische Stabilität oder Korruption, die eine vollständige Marktintegration verhindern. Vor diesem Hintergrund halten die Autoren fest, dass Anlagen in den EM auch weiterhin als separate Anlageklasse geführt werden sollten.

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