08.04.2025 | Research

Einfluss von Zinsänderungen auf das Markt-Beta von Aktienfonds

Ein Team um Egemen Genc von der University of Illinois at Chicago hat in einem Research Paper gezeigt, dass die Manager von Aktienfonds bei einer restriktiveren Geldpolitik bzw. steigenden Zinsen das Beta ihrer Portfolios erhöhen. Hintergrund ist, dass höhere Zinsen die Attraktivität weniger riskanterer Assets steigern und somit das Risiko von Mittelabflüssen für die Aktienfonds mit sich bringen. Dementsprechend haben die Manager einen Anreiz, die Rendite des Portfolios zu erhöhen, indem größere Risiken eingegangen werden.

Die Autoren konstruieren das Maß Reaching for Beta, das bemisst, in welchem Umfang Portfolios auf High-Beta-Aktien ausgerichtet sind. Unterschieden wird zwischen einer aktiven Komponente, die auf die Entscheidungen der Manager zurückgeht, und einer passiven, die auf Preisänderungen basiert.

Die Ergebnisse einer Panel-Analyse zeigen, dass Fondsmanager ihre Portfolios stärker auf High-Beta-Aktien ausrichten, wenn die Zinsen steigen. Dabei reagieren die Manager vor allem auf Veränderungen bei den kurzfristigen Zinsen in Folge eines geldpolitischen Schocks. Auf Basis täglicher Daten kann gezeigt werden, dass der Netto-Kaufdruck unmittelbar mit der geldpolitischen Straffung beginnt und für rund zwei Monate persistent ist.



Quelle: Genc, Emanuel Moench, Altan Pazarbasi, 2024


Fonds, die ihr Beta infolge der höheren Zinsen steigern, können höhere Mittelzuflüsse vereinnahmen und weisen eine höhere absolute Rendite aus. Dabei handelt es sich allerdings nur um eine Folge des größeren Risikos – unter Berücksichtigung von Markt- und anderen Risikofaktoren lässt sich kein Alpha feststellen. Die Überrenditen beruhen also rein auf dem Eingehen von mehr Marktrisiko, nicht auf Fondsmanager-Kompetenz.



Quelle: Genc, Emanuel Moench, Altan Pazarbasi, 2024


Die erhöhte Nachfrage der Fonds nach High-Beta-Aktien führt zu kurzfristigen Preisübertreibungen, die sich über Monate wieder zurückbilden. Das verwendete Datensample umfasst US-domizilierte Fonds im Zeitraum 1995 bis 2020.


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