11.01.2010 | Research

Einfluss von Redemptions und Failures auf die Lebensdauer von Hedgefonds

Eine Ende November erschienene Research-Arbeit der Europäischen Zentralbank (EZB) untersucht die Lebensdauer von Hedgefonds und ihre Einflussfaktoren. Die Autoren kommen zu dem Ergebnis, dass Anteilsrückgaben und und Fondsschließungen anderer Fonds signifikanten Einfluss auf die Lebenserwartung eines Hedgefonds haben, wobei der Effekt für Rückgaben deutlich größer ausfällt.


Quelle: EZB (2009)

Rückgaben haben einen negativen Effekt auf andere Fonds, wenn Investoren davon ausgehen, dass andere Investoren ihre Gelder abziehen werden, wodurch ein sog. "Self Fulfilling Run" eintritt. Fondsinsolvenzen können hingegen bei Investoren und Service Providern zu einer Revaluierung von Risiken einer bestimmten Branche führen, wodurch sich die Liquidität für diese rapide verringern kann.

Anhand der TASS Datenbank untersuchen die Autoren diese Spillover-Effekte für 5.500 Hedgefonds zwischen Januar 1994 und Mai 2008. Die negativen Auswirkungen sind sowohl für Rückgaben als auch für Fondsinsolvenzen statistisch signifikant, allerdings nur für Fonds im selben Anlagestil, nicht für Fonds eines anderen Analgestils. Im Falle der Rückgaben wirkt sich eine erhöhte Rückgabequote innerhalb eines Investmentstiles sogar positiv auf die Ausfallwahrscheinlichkeit anderer Investmentstile aus.


Quelle: EZB (2009)

Vorteilhaft wirkt sich hingegen Diversifikation aus. Nach Stil und Geografie diversifizierte Fonds weisen deutlich geringere negative Spillover-Effekte auf. Weitere signifikante Einflussfaktoren auf die Ausfallwahrscheinlichkeit sind zudem Assets under Management, Capital Flows, Restriktionen, Gebühren und Derivateexposure.

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