21.02.2012 | Research

Einfluss von Ratingagenturen und Staatenratings

In einem im Januar veröffentlichten Paper des Internationalen Währungsfonds untersuchen die Autoren den Markteinfluss und die Genauigkeit von Länderratings der großen Ratingagenturen. Die Ergebnisse zeigen einen asymmetrischen Markteinfluss. Lediglich negative Ratingnachrichten in Form von Review, Watch oder Outlook haben signifikanten Einfluss auf den CDS-Markt. Bei Anpassungen der Ratingnote belegen die Autoren John Kiff, Sylwia Nowak und Liliana Schumacher nur bei Veränderungen in oder aus dem Investment-Grade-Segment statistisch signifikante Bewegungen der CDS-Spreads. Die Marktreaktion auf Ratingnachrichten ist dabei stärker als die auf Veränderungen der Ratingnote folgenden Preisanpassungen.


Quelle: IMF (2012)

Vor diesem Hintergrund sollte die Verankerung von Ratingnoten in der Regulierung reduziert werden, so die Autoren. Ihr Informationsgehalt würde dadurch nicht sinken und potentielle adverse Anpassungseffekte, die die Marktsituation verschärfen, könnten vermieden werden. Darüber hinaus sind Ratingnoten als ordinale Reihenfolge der Kreditqualität ausschließlich qualitativer Natur und nicht mit quantitativen Größen wie Ausfallwahrscheinlichkeit oder Ausfallquote verbunden. Die Einbindung etwa im Basel-II-Standardansatz setzt jedoch eine kardinale Genauigkeit der Ratingnoten voraus. Die Ratingagenturen sollten daher offenlegen, welche qualitativen Messgrößen in den Ratingprozess einfließen.

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