Einfluss von Extremtemperaturen auf Commercial Real Estate
Dragana Cvijanovic von der Cornell University und Alex van de Minne von der University of Connecticut untersuchen in einem Research Paper, wie Extremtemperaturereignisse die Performance von Commercial Real Estate in den USA beeinflussen. Hierzu greifen die Autoren auf ein Sample von Temperaturdaten zurück, das granulare Daten für jeweils 16 km² große Bereiche in den USA für den Zeitraum 1981 bis 2020 umfasst. Als Proxy für Extremtemperaturen dient die Anzahl der Tage, an denen es Temperaturen oberhalb von 30°C bzw. unterhalb von 0°C gab. Auf Single-Asset-Ebene ergeben sich deutliche Einflüsse lokaler Extremtemperaturereignisse auf die Renditen der dortigen Objekte: Sowohl hohe als auch niedrige Temperaturen reduzieren die Renditen um 8 bzw. 10 Prozentpunkte. Werden die Effekte für Asset- und Ertragsrenditen separat betrachtet, zeigt sich, dass die Rückgänge im Wesentlichen auf die Asset-Seite zurückzuführen sind. Bei den Erträgen sind keine signifikanten Auswirkungen sichtbar. Die Ergebnisse dürften vor allem eine Folge der schwierigeren Prognostizierbarkeit künftiger Erträge in Gebieten mit häufigeren Extremtemperaturereignissen sein.

Quelle: Cvijanovic, van de Minne, 2021
Je nach Immobilientyp haben Extremtemperaturen unterschiedliche Einflüsse auf die Performance. Während Industrie- und Büroobjekte von hohen Temperaturen weniger stark getroffen werden, sind die Effekte niedriger Extremtemperaturen bei Hotel-, Büro- und Einzelhandelsimmobilien verstärkt. Zeitlich scheinen die Ergebnisse vor allem von Transaktionen beeinflusst zu werden, die nach dem Jahr 2000 stattgefunden haben. Die Autoren schließen daraus, dass die verstärkte öffentliche Aufmerksamkeit nach der Verabschiedung des Kyoto-Protokolls ein wesentlicher Faktor für die beobachteten Effekte sein könnte. Im Gegensatz zu den Extremtemperaturereignissen hat die Durchschnittstemperatur keinen Einfluss auf die Rendite.
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