11.05.2020 | Research

Einfluss von Corona-Reporting auf Aktienperformance

Unternehmen, die in ihren Jahresberichten die Coronavirus-Situation thematisiert haben, wiesen eine höhere Rendite und geringere Risiken auf, zeigt ein Researchpaper eines Forscherteams der Universität Hamburg. Zunächst untersuchen die Autoren, welchen Einfluss das Reporting im Jahresbericht auf das Risiko (Beta) hat. Die Nennung von Coronavirus-Themen im Jahresbericht 2019 führte zu einer hochsignifikanten Reduzierung des Betas um -0,186, während Unternehmen, die das Virus nicht thematisiert haben, einen Anstieg des Betas um 0,092 verzeichneten. Die Fähigkeit, mögliche Risiken frühzeitig zu erkennen und transparent zu benennen, führte also zu einer verbesserten Risikowahrnehmung des Unternehmens durch die Investoren. Die Untersuchung basiert auf einer manuellen Auswertung der Jahresberichte von Unternehmen weltweit.


Quelle: Lopatta, Alexander, Gastone, Tammen

Im zweiten Schritt wurde der Einfluss auf die Aktienrendite analysiert. Hier führte die Thematisierung des Coronavirus zu einer Steigerung der kumulierten abnormalen Rendite um 15 Prozentpunkte in Relation zu Unternehmen, die dies nicht taten. Um die Robustheit der Ergebnisse zu überprüfen, wurde das Sample nach dem Veröffentlichungsdatum der Jahresberichte aufgeteilt. Es zeigte sich, dass die Outperformance der Unternehmen, die den Corona-Virus thematisierten, im Wesentlichen auf die Berichte zurückzuführen war, die vor dem 11. März veröffentlicht wurden. An diesem Tag hat die WHO die Viruserkrankung offiziell zur Pandemie erklärt. Daraus wird die Schlussfolgerung gezogen, dass die Märkte die Unternehmen honorieren, die Risiken besonders frühzeitig erkennen.


Quelle: Lopatta, Alexander, Gastone, Tammen


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