26.06.2009 | Research

Einfluss der Demografie auf die Asset Allocation

Interessante Überlegungen über den Einfluss demografischer Faktoren auf die Asset Allocation finden sich in einer jüngst erschienen Publikation des Asset-Management-Unternehmens Standard Life. Demnach könnten langfristige Trends in der demografischen Entwicklung, insbesondere in den entwickelten Industrienationen, zu einer erheblichen Umverteilung in industriellen Sektoren und damit zu neuen Bedingungen für das Asset Management führen.



Die Umkehrung der Alterspyramide führe zu einer erhöhten Allokation in Anleihen, insbesondere bei Pensions- und Rentenfonds, die der sich ändernden Laufzeitenstruktur ihrer Verpflichtungen Rechnung tragen müssen. Da durch einen höheren Altersdurchschnitt der Bevölkerung Pensions- und Gesundheitskosten zunehmen, ist aufgrund notwendiger Querfinanzierungen mit erhöhten Steuersätzen bei gleichzeitig sinkenden Zinsen auszugehen. Dies fördere auch die Inflation. Für die Schwellenländer außerhalb Afrikas erwarten die Analysten eine Anpassung an westliche Lebensstandards und kleinere Familien. Die momentan hohen Sparraten in diesen Ländern, die zum Kapitalfluss in die entwickelten Nationen beitragen, würden dann wegfallen.



Zu den Gewinnern dieser demografischen Entwicklung würden die Branchen Gesundheit, Pharmazie und Freizeit gehören. Um der Inflation entgegen zu wirken, sollten Real Assets und inflationsindexierte Anleihen stärkere Berücksichtigung in der Asset Allocation finden. Die globale Erwärmung und steigender Energiebedarf machen zudem alternative Energien, nachhaltige Investments, Wasser und Rohstoffe zu wichtigen Portfoliobausteinen.

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