Einfluss Chinas auf die Rohstoffmärkte
Ein neuer Bericht des Internationalen Währungsfonds untersucht den Einfluss der chinesischen Nachfrage auf die Rohstoffmärkte. Der Autor Shaun K. Roache analysiert einerseits wie sich die Aktivität Chinas auf das Preisniveau insgesamt auswirkt und anderseits die Auswirkungen auf Teilmärkte. Anhand monatlicher Daten belegt die Analyse eine wachsende Bedeutung Chinas, insbesondere auf den Teilmärkten für unedle Metalle und landwirtschaftliche Grundstoffe. Schocks der chinesischen realen Nachfrage haben signifikanten Einfluss auf die kurzfristige Preisbildung von Öl und Kupfer, schreibt der Autor. Ein Schock von 1 % der monatlichen Wachstumsrate der chinesischen Industrieproduktion führe zu einer Ölpreissteigerung von rund 2,5 % binnen einen Jahres.
Quelle: Roache (2012)
Außerdem betrachtet Roache die isolierten Einflüsse Chinas und der Vereinigten Staaten. Zwar steigt der Einfluss Chinas, er bleibt aber geringer als der der Vereinigten Staaten. Dies führt der Autor darauf zurück, dass Wachstumsschocks in der USA dauerhafter sind und sich stärker auf den Rest der Welt auswirken. Etwa 7 % der Preisschwankungen innerhalb von vier Quartalen auf den Teilmärkten für Öl und Kupfer sind demnach auf chinesische Aktivitäten zurückzuführen. Rund 9 % bzw. 11 % werden im gleichen Zeitraum durch die amerikanische Nachfrage erklärt.