26.11.2019 | Research

Effizienz von Aktienmärkten

Die globalen Aktienmärkte sind nicht effizient, insbesondere in Ländern mit messbaren Marktfriktionen und Handelskosten, die Arbitrageure abschrecken. In einem Researchpaper von Söhnke Bartram von der University of Warwick und Mark Grinblatt von der UCLA wird jeweils der Marktpreis einer Aktie mit ihrem fairen Wert verglichen, der sich aus den veröffentlichten Bilanzdaten ergibt. Für die Quintile mit den jeweils am stärksten über- oder unterbewerteten Aktien jedes Landes zeigt sich eine große Bandbreite risikoadjustierter Renditen. Diese sind allerdings größer in den Schwellenländern und der Region Asien/Pazifik sowie in Ländern mit hohen Transaktionkosten. In den Emerging Markets ergibt sich ein Alpha von 40 bis 70 Basispunkten monatlich. Das Datensample umfasst 25.000 Unternehmen weltweit für den Zeitraum 1993 bis 2016.


Quelle: Bartram, Grinblatt, 2019

Werden die erkannten Fehlbewertungen systematisch über eine Trading-Strategie ausgenutzt, lässt sich sowohl bei monatlichem Rebalancing als auch mittels eines kostengünstigeren Buy-and-Hold-Ansatzes eine positive Rendite erzielen. Um ausschließen zu können, dass die Gewinne auf unberücksichtigten Risikofaktoren basieren, werden verschiedene Anpassungen vorgenommen, die Asset-Pricing-Anomalien korrigieren sollen. Die sich ergebenden risikoadjustierten Renditen durch die Ausnutzung von Fehlbewertungen übersteigen die, institutionellen Investoren entstehenden, länderspezifischen Transaktionskosten, die sich aus Gebühren und Market Impact zusammensetzen. Zudem sind die Handelskosten ein guter Indikator für die Profitabilität der Strategie vor Kosten. Die Autoren schließen, dass die globalen Aktienmärkte grundsätzlich ineffizient sind, und noch ineffizienter in Ländern mit messbaren Marktfriktionen, die eine Arbitrage erschweren.  


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