Effiziente Kombination von Momentum-Signalen
Durch Kombination verschiedener Momentum-Signale lassen sich robustere Renditen erzielen als durch einfach sortierte Portfolios, zeigt ein Research Paper von David J Scott (Universität Utrecht) und Harry J Geels (Aureus Group). Im Fokus stehen 12-Monats-Momentum (MOM12), 6-Monats-Momentum (MOM6) sowie das Price-to-52-Week-High-Maß (P52H) am US-Aktienmarkt von 1985 bis 2025. Über den Gesamtzeitraum zeigen traditionelle Long-Short-Momentumstrategien nur begrenzte Profitabilität. Die durchschnittlichen monatlichen Faktorprämien von MOM12 (0,04 %) und MOM6 (0,13 %) sind statistisch nicht signifikant, während P52H sogar eine signifikant negative Rendite von ?0,49 % pro Monat aufweist.

Quelle: Scott, Geels (2025)
In Dekadenbetrachtung konzentrieren sich signifikante Überrenditen auf die Jahre 1995 bis 2004. In diesem Zeitraum erzielen alle drei Strategien positive und statistisch signifikante Alphas im Fama-French-Drei-Faktoren-Modell. Die Analyse zeigt zudem eine ausgeprägte Crash-Anfälligkeit. Während der Dotcom-Krise und der Finanzkrise verloren MOM12-Portfolios jeweils über 40 %, was die langfristige Wertentwicklung belastete. Auffällig ist eine negative Markt- und Value-Exposure der Momentumstrategien. Ein Anstieg der Marktrisikoprämie um 1 % geht mit einem Rückgang der MOM12-Rendite um 0,16 % einher.

Quelle: Scott, Geels (2025)
Robustere Ergebnisse liefert die doppelte Sortierung nach 12-Monats-Rendite und Nähe zum 52-Wochen-Hoch. Innerhalb von Aktien mit hoher P52H-Ausprägung erzielt MOM12 ein signifikantes monatliches Long-Short-Alpha von bis zu 0,50 %. Long-only-Portfolios mit starker 12-Monats-Dynamik erreichen Alphas von bis zu 1,59 % pro Monat. Gleichzeitig zeigen Regressionsanalysen, dass sich die Momentumfaktoren stark gegenseitig erklären, was auf erhebliche Signalüberlappung hinweist. Die Autoren folgern, dass ein gezielt konstruierter, doppelt sortierter Momentumfaktor effizienter sein kann als mehrere separate Momentum-Exposures.
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