DIW betont wirtschaftliche Rolle von Buy-Outs
Die neue Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) mit dem Titel "Die Bedeutung von Buy-Outs/-Ins für unternehmerische Effizienz, Effektivität und Corporate Governance", die im Auftrag des Bundesverbands Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften e.V. (BVK) erstellt wurde, zeigt erneut, dass Private Equity hat nicht nur für deutsche Unternehmen sondern auch für die deutsche Wirtschaft eine große Bedeutung hat. Die Studie untersucht die Entwicklung des deutschen Marktes für Mehrheitsbeteiligungen (Buy-Outs) und gibt einen Überblick über die einschlägige nationale und internationale wirtschaftswissenschaftliche Forschung zum Thema. Vorurteile über die Buy-Out-Branche wurden in einen finanzwirtschaftlichen Kontext gestellt und auf und auf Stichhaltigkeit überprüft. Die zentralen Aussagen der Studie lauten:
- Die Auswirkungen von Buy-Outs, die mit Fremdkapital finanziert werden (Leveraged Buy-Outs) werden von der überwältigenden Mehrheit der wirtschaftswissenschaftlichen Forschung positiv bewertet. Leveraged Buy-Outs sind ein wichtiger Antrieb für Wert erhöhende Entwicklungen in den Unternehmen.
- Der Buy-Out-Markt in Deutschland ist maßgeblich vom Umbruch in der Unternehmensfinanzierung, dem partiellen Rückzug von Banken als aktiver Investor und der Neuorientierung der Banken im direkten Kreditgeschäft mit den Unternehmen geprägt. Unternehmen sind verstärkt Finanzierungsbeschränkungen unterworfen, die durch Private Equity als Finanzierungsalternative gemildert werden können.
- Der Aufschwung im deutschen Buy-Out-Markt, vor allem bei mittelständischen Buy-Outs, ist sichtbarer Ausdruck von Verschiebungen in der Struktur der Unternehmensfinanzierung in Deutschland weg von traditionellen Wegen hin zu Finanzierungen, bei denen aktive Eigenkapitalinvestoren gleichzeitig strukturiertes Fremdkapital anbieten.
Die Studie kommt zu folgenden Schlussfolgerungen über die Rolle des Buy-Out-Marktes im deutschen Finanzsystem:
- Der deutsche Buy-Out-Markt füllt Lücken auf dem Finanzmarkt, die der Bankensektor nicht ausfüllen kann bzw. durch seine Neuorientierung hinterlassen hat.
- Private Equity-Gesellschaften nehmen eine Komplementärfunktion zum Bankensektor ein. Sie bewirken eine zusätzliche Aktivierung von Fremdkapital, vermindern Finanzierungsbeschränkungen und beschleunigen die Restrukturierung im Unternehmenssektor.
- Der Buy-Out-Markt erweitert die Palette der zur Verfügung stehenden Finanzierungsalternativen. Das trägt zur Komplettierung des deutschen Finanzmarktes bei und erhöht den Wettbewerb um die besten Finanzierungslösungen.
- Deutsche Buy-Out-Gesellschaften bleiben sowohl bei der Verwaltung der Fonds als auch im Hinblick auf den Zugang und die Möglichkeiten der Strukturierung der Transaktionen hinter den vorhandenen Möglichkeiten zurück. Es ist davon auszugehen, dass mit einer konsequenten Ausschöpfung des Entwicklungspotenzials durch einheimische Gesellschaften positive Wirkungen für den Finanzstandort Deutschland verbunden wären.
- Die Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Buy-Out-Branche in internationaler Hinsicht ist davon abhängig, ob gleiche Spielregeln für alle Wettbewerber geschaffen werden. Doch eine solche Gleichheit der Spielregeln ist nicht vorhanden. Deutsche Private Equity-Fonds müssen gegenüber ihren internationalen Konkurrenten Wettbewerbsnachteile in Kauf nehmen.