Diversifikation mit Direktinvestitionen in Realwerte
Ein Investment in Realwerte hat erheblichen positiven Einfluss auf das langfristige Risiko-Rendite-Profil eines klassischen Portfolios aus Aktien und Staatsanleihen. Dies zeigt eine umfassende Studie von Martijn Cremers von der Universität Notre Dame, die im Sommer über die Deutsche Asset & Wealth Management veröffentlicht wurde. Darin werden die Eigenschaften von Investitionen in Wald, Farmland, Energieinfrastruktur und Gewerbeimmobilien untersucht. Ein konservatives Portfolio aus 80 % Staatsanleihen und 20 % Aktien lieferte zwischen 1996 und 2012 eine annualisierte Rendite von 7,8 % bei einer Standardabweichung von 6,1 %, während das alternative Portfolio aus 100 % Realwerten eine Mehrrendite von 2,1 Prozentpunkten bei gleicher Volatilität einbrachte.
Quelle: Cremers (2013)
Mit der Hinzunahme eines gleichgewichteten Portfolios bestehend aus den vier genannten realen Asset-Klassen lässt sich die langfristige Performance des konservativen Portfolios deutlich verbessern. Die geringste historische Korrelation zu langlaufenden Staatsanleihen weisen mit -0,58 Investments in Immobilien auf. Wald bzw. Farmland kommen auf eine Korrelation von 0,28 bzw. 0,08 zu Staatsanleihen. Insbesondere bezüglich des Downside-Risikos weisen Wald und Farmland positive Eigenschaften auf. Der maximale kumulierte Wertverlust des NCREIF Timberland Index betrug zwischen 1996 und 2012 -5,91 %, für Farmland sogar nur -0,01 %.
Quelle: Cremers (2013)
Realwerte liefern darüber hinaus Sharpe Ratios, die deutlich über denen langfristiger Staatsanleihen liegen. Basierend auf der Quartalsrendite ergeben sich für Energieinfrastruktur, Immobilien, Wald und Farmland Sharpe Ratios zwischen 0,97 und 1,87 seit 1996. Langlaufende Bonds landen bei 0,72. Überraschend ist das Ergebnis, dass lediglich Wald-Investments einen effektiven Inflationsschutz über den gesamten Analysezeitraum bieten. Allerdings gibt der Autor zu bedenken, dass Investitionen in Realwerte mit langen Halteperioden, erheblicher Illiquidität und Informationsbarrieren einhergehen.