25.03.2009 | 

Diverse Nobelpreisträger unterstützen Alternative Investments in der Finanzkrise

In einem offenen Brief des ?Center on Capitalism and Society? an die Mitglieder der G20-Konferenz, die am 2. April in London stattfindet, äußert sich der anerkannte Ökonom und Nobelpreisträger Edmund Phelps, zusammen mit weiteren namenhaften Wissenschaftlern, zu denen auch der Nobelpreisträger Joseph Stiglitz und die angesehenen Professoren Robert Shiller und Jeffrey Sachs gehören, skeptisch und kritisch bezüglich einer zunehmenden Regulierung alternativer Investments wie Hegdefonds, Venture Capital und Private Equity. Der hohe öffentliche Druck dürfe Politiker nicht zu falschen Schlüssen verleiten, da gerade diese Anlagevehikel bereit und in der Lage sind die hohen Risiken von Gründerunternehmen zu finanzieren. Als wichtige Financiers innovativer Ideen spielen diese Anleger eine besonders wichtige Rolle den Innovationsprozess zu fördern und dadurch den Grundstein für anhaltendes Wachstum zu legen. Eine Regulierung würde sich daher kontraproduktiv auf den gesamten Wohlstand auswirken und den Erholungsprozess verzögern.

Dass auch Hedgefonds eine wichtige Rolle bei der Bewältigung der Krise spielen können, zeigt sich ebenfalls in den Bestrebungen des US-Finanzministers Geithner, der private Investoren dazu veranlassen will Distressed Debt Securities zu erwerben. Dieses Vorgehen wird ebenfalls durch die AIMA, die weltweite Interessenvertretung der Hedgefonds, unterstützt. So bestehe für Todd Groome, Vorsitzender der AIMA, die positive Rolle von Hedgefonds darin durch die Möglichkeit antizyklisch Risikokapital bereitzustellen einen Ausweg aus der Krise zu bieten, weshalb man die Zusammenarbeit mit den verantwortlichen Politikern suche.

Voraussetzung, um auf eine stark einschränkende Regulierung alternativer Investments zu verzichten, sei der Expertengruppe um Phelps zufolge, dass die Trennung von Einlagen- und Investment-Banking-Geschäft wieder hergestellt wird. Verluste im Investment-Banking würden durch die privaten Investoren absorbiert werden ohne den Steuerzahler zu belasten. Die Regulierung könne sich auf das Einlagen- und Kreditgeschäft konzentrieren und darüber hinaus auf die Vermeidung systemischer Risiken. Den Ökonomen zufolge sei gerade die Schrittweise Aufweichung und letztliche Abschaffung des 1933 erlassenen Glass-Steagall-Act im Jahre 1999 für das Ausmaß der Krise verantwortlich. Das Gesetz regelte die strikte Trennung von Einlagen- und Investment-Banking-Geschäft. Im Zuge der Aufweichung kam es zu Interessenkonflikten zwischen beiden Geschäftsfeldern, wobei Kundengelder genutzt wurden, um Aktivitäten des Investment-Banking zu finanzieren.

Phelps plädiert in seinem Brief weiterhin dafür, dass die konglomeratsähnlichen Strukturen im Finanzsektor aufgebrochen werden, um eine neue Generation von ?dienenden? Banken zu schaffen, die über eine ausreichende Expertise verfügen gute Projekte zu erkennen und zu finanzieren. Dazu sei es auch nötig die persönlichen Kontakte zu den Kunden zu verstärken, um Vertrauen zu schaffen und das Risikomanagement zu verbessern. Die bisherigen Strukturen hätten zu Interessenkonflikten und Fehlanreizen geführt, die mit hohen Kosten für die Allgemeinheit verbunden waren. Um bestehende Strukturen aufzubrechen könne der Staat bedrohte Banken übergangsweise verstaatlichen. Bestehende Investment-Banking-Aktivitäten sollten im gleichen Zuge abgespalten werden.

Den Brief mit den Vorderungen der Gruppe können Abonnenten des Absolut|Report hier downloaden.

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