16.03.2007 | 

Diskussion um mehr Transparenz bei Hedgefonds - Zusammenfassung

Die Diskussion um eine erhöhte Transparenz bei Hedgefonds wird weiterhin auf der Tagesordnung bleiben. Nachdem sich die Finanzminister bei ihrer G7 Konferenz im Februar erstmalig zu diesem Thema ausgetauscht haben, äußerten sich auch die Branchenverbände.

Der Bundesverband Alternative Investments e.V. begrüßt den von den G7-Staaten vorgezeichneten Weg, auf freiwilliger Basis für mehr Transparenz in der Hedgefonds-Branche zu sorgen anstatt die Branche weiter zu regulieren. Der BAI wird die Ministerien und Aufsichtsbehören in ihren Bemühungen um mehr Transparenz in der Branche unterstützen und sich seinerseits für einen verstärkten Dialog zwischen der Branche und den Behören und politischen Entscheidungsträgen einsetzen.

Auch die AIMA (Alternative Investment Management Association) begrüßt einen offenen Dialog zu diesem Thema und bietet ihre Unterstützung bei einer Neuauflage des Berichts zu Highly Leveraged Institutions, den das Financial Stability Forum im Jahr 2000 verfasst hat. Die Diskussion ist durch sehr gegensätzliche Positionen gekennzeichnet. Während vielfach  unspezifische Forderungen nach erhöhter Transparenz und Regulierung erhoben werden, äußern sich  Fachleute wie US-Notenbankchef Ben Bernanke oder EU-Binnenmarktskommissar Charlie McCreevy kritisch. Bernanke warnte davor, Hedgefonds zu stark zu regulieren. Eines der Hauptmerkmale dieser Fonds sei, dass sie sehr flexibel seien und dies komme wiederum der Wirtschaft zu Gute, betonte Bernanke bei einer Anhörung vor dem Bankenausschuss des US-Senats. Sie trügen dazu bei, Liquidität in den Märkten aufzubauen. Zudem würden mit Hilfe der Hedge-Fonds Risiken besser verteilt.

McCreevy verwies darauf, dass Hedge-Fonds in Europa bereits heute nationalen sowie EU-Vorgaben unterliegen. Weitergehende Initiativen hält der Kommissar für unrealistisch. Allenfalls einen freiwilligen Kodex zur Transparenz kann er sich vorstellen. Er stützte damit den Ansatz, auf den sich die G7-Finanzminister kürzlich verständigt hatten. Demnach sollen mögliche Risiken zunächst untersucht werden. Die Branche soll freiwillig für mehr Transparenz sorgen. Der Ire hielt Hedge-Fonds und Private-Equity-Firmen zwar eine schlechte Selbstdarstellung vor, unterstrich aber die wichtige Rolle beider Branchen: "Sie haben den Märkten Liquidität gebracht, den Wert von Unternehmen gesteigert und Rationalisierung und Innovation in Konzernen unterstützt." Bei der im Juni 2007 stattfindenden G8-Konferenz wird das Thema auf der Tagesordnung stehen.


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