Digital Assets: Regulierung erleichtert und bremst zugleich
Im ersten Halbjahr 2025 hat sich der Markt für tokenisierte Wertpapiere in Deutschland dynamisch weiterentwickelt, zeigt eine Analyse der Deka. Obwohl das Emissionsvolumen deutlich zurückging – von rund 615 Mio. Euro im zweiten Halbjahr 2024 auf nur noch etwa 98 Mio. Euro – war es das zweitaktivste der Historie. Gleichzeitig stieg die Zahl neuer Emissionen auf 40 und erreichte damit einen neuen Höchststand seit Einführung des Gesetzes über elektronische Wertpapiere (eWpG). Auffällig ist demnach, dass derzeit vor allem kleinere Unternehmen die Technologie produktiv nutzen. Große institutionelle Emittenten, die im Rahmen der EZB-Trials im Vorjahr noch aktiv waren, halten sich dagegen zurück und warten auf Fortschritte bei der geldseitigen Abwicklung sowie auf klarere regulatorische Rahmenbedingungen.

Quelle: Deka
Ein wichtiger Meilenstein wurde auf dem Sekundärmarkt erreicht, wo erstmals Transaktionen mit tokenisierten Pfandbriefen durchgeführt wurden, unter anderem durch die KfW und die Berliner Volksbank. Diese Käufe erfolgten ohne besonderen technischen Aufwand für die Investoren und belegen, dass digitale Wertpapiere auch in der Praxis handelbar sind. Ein zentrales Hindernis bleibt den Autoren zufolge die Regulierung. Sowohl das Baseler Komitee als auch die europäische Aufsichtsbehörde EIOPA fordern hohe Eigenkapitalanforderungen für Investments in tokenisierte Wertpapiere, insbesondere wenn diese auf öffentlichen Blockchains abgewickelt werden. Das macht diese Produkte für Banken und Versicherer aktuell unattraktiv. Die EZB plant mit den Initiativen „Pontes“ und „Appia“ den Aufbau entsprechender DLT-Infrastrukturen, während erste Stablecoins nach MiCAR zwar zugelassen, aber bislang kaum für regulierte Wertpapiertransaktionen genutzt werden.
Insgesamt zeigt der Markt technische Fortschritte und zunehmende Standardisierung, bleibt aber durch regulatorische Unsicherheit und die fehlende Integration digitaler Zahlungsmittel ausgebremst.
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