09.12.2009 | Research

Die Qualität der Information Ratio zur Evaluierung von Fondsmanagern

In einem Working Paper, das demnächst unter dem Titel "How Informative is the Information Ratio for evaluating Mutual Fund Managers" im Journal of Investing erscheint, untersuchen Thomas Bossert, Roland Füss, Philipp Rindler und Christoph Schneider die Eignung der Information Ratio (IR) zur Bewertung von Investmentfonds. Dazu analysieren sie die wöchentlichen Renditen einer Stichprobe von ca. 9.000 Fonds in einem Zeitraum zwischen 1998 und 2008 und finden heraus, dass sich die IR, sofern einige Einschränkungen berücksichtigt werden, gut eignet, um die Performance eines Fonds zu beurteilen. Beispielsweise können Fonds durch die IR nur innerhalb ihrer Asset-Klasse sinnvoll miteinander verglichen werden.

Um die Einschränkungen der IR zu Berücksichtigen, müssen Fonds, damit sie sinnvoll evaluiert werden können, innerhalb einer Anlageklasse mit der gleichen Benchmark verglichen werden, Fondsdaten mindestens auf wöchentlicher Basis vorliegen, die Renditen möglichst normalverteilt sein und der Fonds einen langen Track Record besitzen, um Glück und Können zu separieren.

Entgegen des Universalitätsanspruchs der IR von Grinold/Kahn (2000), wonach ein guter Manager eine IR von 0,5 und herausragende Manager eine IR von 1,0 und mehr haben, stoßen die Autoren auf unterschiedlich hohe IRs in den Top-Quantilen der jeweiligen Asset-Klasse. Während ein Aktienfonds mit einem IR von 0,4 zur Spitzengruppe gehört, ist das für einen Geldmarktfonds unterdurchschnittlich. Weiterhin finden die Autoren große Schwankungen der IR von Jahr zu Jahr, sodass Fonds auf jährlicher Basis unterdurchschnittlich abschneiden, über die gesamte Periode jedoch überdurchschnittlich, weshalb die Autoren folgern, dass man das IR auf jährlicher Basis vergleichen sollte.


Quelle: Bossert/Füss/Rindler/Schneider 2009

Am Beispiel von US-Fonds zeigen die Autoren weiterhin, dass die IRs sich zudem deutlich Unterscheiden, wenn entweder der S&P 500, der Russell 1000 Index oder der Dow Jones als Benchmark gewählt wird. Da sich die Rankings anhand des S&P 500 und des Russell 1000 weniger stark unterscheiden, folgern die Autoren, dass die Benchmark das Universum möglichst breit abdecken sollte.
Zu einem qualitativ ähnlichen Ergebnis kommen sie auch bezüglich der Datenfrequenz. IRs auf täglicher und wöchentlicher Basis sind sich relativ ähnlich, wird die IR jedoch mit Monatsdaten errechnet, ist diese zu den vorigen deutlich verschieden.

Um eine Aussage über die tatsächliche Qualität eines Managers zu erhalten, müsse zudem ein längerer Track Record beachtet werden. In dem gesamten Untersuchungszeitraum, waren von den überlebenden Fonds etwa 95% mindestens einmal im obersten Quantil zu finden. Dieser Prozentsatz reduziert sich jedoch auf rund 2,76%, wenn betrachtet wird, wie viele es mindestens dreimal hintereinander schafften. Wird zur Kategorisierung der Fonds ferner nur ein bestimmtes Jahr herangezogen, so weist die IR praktisch keine Persistenzeigenschaften auf.


Quelle: Bossert/Füss/Rindler/Schneider 2009

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