Die Effektivität einfacher Trendfolgestrategien
Eine Vielzahl von Handelsstrategien wird aktuell verwendet, wobei sich klassische fundamental orientierte Ansätze bzw. Buy-and-Hold und technische Strategien wie Trendfolge gegenüberstehen. Andrew Clare, James Seaton und Stephen Thomas von der Cass Business School, London, sowie Peter Smith von der University of York haben in einem Forschungspapier einige dieser Strategien miteinander verglichen und am Beispiel des S&P 500 auf ihre Wirksamkeit hin untersucht. Hierzu verwenden die Autoren Daten von 1988 - 2011. Vorab wird auf den Unterschied von Momentum- und Trendfolgestrategien eingegangen: Während Momentum bedeutet, in erfolgreichen Titeln eine Long-Position und in schlecht performenden eine Short-Position aufzubauen, wobei hierfür i.d.R. monatliche Daten genutzt werden und es sich damit um eine eher längerfristig orientierte Strategie handelt, basiert Trendfolge auf der technischen Auswertung und Analyse von Preisentwicklungen und deren Andauern. Hier können Signale auch über kürzere Zeithorizonte generiert werden.
Quelle: Clare, Seaton, Thomas, Smith (2012)
Es zeigt sich, dass eine einfache Trendfolgestrategie, welche Signale generiert, wenn der Preis eines Titels den gleitenden Durchschnitt durchstößt, einer einfachen Buy-and-Hold-Strategie überlegen ist, wenn die Signaldauer nicht zu kurzfristig gewählt wird. Daneben verspricht tägliches Handeln keine Vorteile gegenüber einem Ansatz, bei dem nur einmal monatlich das Portfolio angepasst wird. Gleiches gilt auch für komplexere Trendfolgestrategien, die andere Indikatoren als nur den gleitenden Durchschnitt berücksichtigen: Die einfache Trendfolgestrategie hat ex-post höhere risikoadjustierte Renditen erwirtschaftet.
Auch die Implementierung von Stop-Loss-Limits kann die Performance einer Trendfolgestrategie ebenfalls nicht verbessern - bei sinkenden Renditen bleibt die Volatilität praktisch unverändert. Zuletzt vergleichen die Autoren eine einfache 10-monatige Trendfolge mit fundamental orientierten Ansätzen, die auf üblichen Kennziffern wie etwa der Dividendenrendite beruhen. Erneut ist die risikoadjustierte Performance der Trendfolge allen anderen Modellen überlegen.