Deutscher Single-Hedgefonds "Lion" muss schließen
Weil sich der Großinvestor HypoVereinbank zurückzieht, muss nun erstmals ein nach deutschem Recht aufgelegter Single-Hedgefonds schließen. Aus Mangel an Investoren wird der Fonds Lion Global Opportunity der Gesellschaft Lion Advisors in den nächsten Monaten abgewickelt. Der Fonds, der aus dem Eigenhandel der HVB heraus gegründet wurde, verwaltete zeitweise 250 Millionen Euro.
Als Stolperstein für Lion erwies sich, dass die HVB Großinvestor blieb und nach Angaben von Lion im November und im Februar insgesamt 125 Millionen Euro aus dem Fonds abzog. Die anderen Investoren hätten daraufhin auch Gelder abgezogen, sagte Lion-Geschäftsführer Peter Neumayer. Offiziell äußerte sich die HVB nicht zu den Gründen für den Rückzug aus dem Fonds, der
2005 eine Rendite von rund 14 Prozent erzielt hatte. Offenbar habe der neue Eigner Unicredit nach der HVB-Übernahme entschieden, das Geld abzuziehen.
Gleichzeitig war Lion nicht in der Lage, neue Gelder zu akquirieren.
Institutionelle Investoren scheuen sich aufgrund der gesetzlichen Restriktionen immer noch, in Single-Hedgefonds zu investieren.
Hoffnung für die deutsche Hedgefonds-Branche kommt aus Berlin. Das Bundesfinanzministerium will das Investmentgesetz novellieren. Pläne für eine Lockerung der Regeln für Hedgefonds stießen bei Aufsichtsbehörden und Industrieverbänden auf Zustimmung gestoßen. Auch die Unionsfraktion im Bundestag äußerte sich positiv.
"Eine klare Liberalisierung des Anlagespektrums wäre nötig", sagte Achim Pütz, Vorstand des Bundesverbandes Alternative Investments (BAI). Zu den Hauptforderungen der Hedgefonds-Anbieter gehört die Lockerung der Meldepflichten in den Steuerregeln des Investmentrechts. Das könnte mehr ausländische Gesellschaften dazu bewegen, ihre Produkte nach deutschem Recht anzubieten. ?Die international besten Fonds hadern mit den rechtlichen und steuerlichen Anforderungen", sagt BAI-Vorstand Pütz. Die Anbieter müssen, um steuertransparent zu sein, ihre Umsätze nach deutschen Vorgaben angeben.
Außerdem sollten auch Single-Fonds zum öffentlichen Vertrieb zugelassen werden, um den Finanzplatz Deutschland insgesamt zu stärken und den Anbietern von solchen Produkten auch ein öffentliche Wahrnehmung zu ermöglichen.
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