Der Immobilienfondsmarkt zwei Jahre nach dem KAGB
Die Anwaltskanzlei King & Spalding hat in einem aktuellen Bericht zum Immobilienkapitalmarkt für das Jahr 2015 Aufsätze verschiedener Autoren zu rechtlichen Fragestellungen veröffentlicht. Diese gehen unter anderem auf die Veränderungen der Branche nach Einführung des KAGB ein, wodurch eine einheitliche Regulierung für alle alternativen Spezialfonds der Immobilienbranche geschaffen und damit die vorher bestehenden rechtlichen Grauzonen minimiert worden sind. Aus Anlegersicht ist dies eine erfreuliche Entwicklung, da auch die Sicherheit des Fondsmarktes erhöht wurde. Die Entwicklungen haben für viele Fonds den Wettbewerb erhöht. Der Autor geht davon aus, dass sich vor allem Fonds mit einem Alleinstellungsmerkmal oder mit klarem Fokus behaupten werden. Für Fonds mit einem breit gefächerten Ansatz sieht er hingegen weniger gute Perspektiven.
Neben Fragen zur Vertretung der Fondsgesellschaft und den Hürden der Zulassung eines Spezial-AIFs wird auf die Vor- und Nachteile von offenen oder geschlossenen Immobilienfonds eingegangen. Auch nach Einführung des KAGB werden offene Immobilienfonds wohl weiterhin den Großteil des Volumens ausmachen, während geschlossene InvKGs aufgrund der geringen Liquidität eher als Beimischung dienen. Des Weiteren werden die Probleme der Umwandlung eines Spezial-AIFs in einen Publikums-AIF untersucht. Das Hauptproblem besteht in der Definition der Anleger eines Spezial-AIFs als mindestens "semiprofessionell", die eine Öffnung für alle Anleger erschwert.
Der grenzüberschreitende Vertrieb von europäischen Immobilien-AIFs wird durch das KAGB erleichtert. Die die Einführung des sogenannten EU-Passes bleibt den Fondsanbietern der Durchlauf des Vertriebsanzeigeverfahrens in jeden einzelnen Land erspart.
Absolut Research analysiert jeden Monat in der Publikation Absolut|ranking in der Kategorie Real Estate die besten Asset Manager mit erklärtem Fokus auf Immobilien. Insgesamt umfassen die Absolut|rankings mehr als 12.000 institutionelle Publikumsfonds und ETFs, aufgeteilt in 25 Asset-Klassen und Marktsegmente und mehr als 100 Vergleichsgruppen.