19.05.2009 | Research

Der Fall Madoff und die Lehren

Eine umfangreiche Aufarbeitung des Betrugsfalles um Bernard L. Madoff bietet eine aktuelle Research-Arbeit mit dem Titel "Risk Management Lessons from Madoff Fraud". Die drei Autoren stellen ausführlich Madoffs Ponzi-Schema dar, sowie wie operationale und quantitative Analysen, die bereits im Vorfeld auf einen Betrug hinwiesen hätten. Daraus leiten sie einen überarbeiteten Due-Diligence-Prozess ab, der neben der operationalen Ausgestaltung auch eine Renditeüberprüfung durch eine Beta-Replikation umfasst. Zudem werden einige Verbesserungsvorschläge zur Regulierung von Hedgefonds im Rahmen von Industriestandards (sog. Sound Practices) gegeben.

Die vier Kapitel umfassende Arbeit beginnt mit einer detaillierten Darstellung des Falles Madoff. Das Ponzi-Schema wird dargestellt und die Gründe für das langfristige Funktionieren analysiert. Im zweiten Kapitel wird die Erosion des Kapitals der Investoren durch Gebühren dargestellt. Die Autoren weisen darauf hin, dass eine Replikation der von Madoff angeblich durchgeführten Bull-Spread-Strategie nicht die postulierten Renditen erklären kann, somit hätten Investoren gewarnt sein müssen.


Quelle: Clauss u. a. (2009)

Das dritte Kapitel behandelt die Implikationen für institutionelle Betrugsopfer unter den Basel-II-Vorschriften und gibt Verbesserungsvorschläge für die Risikokapitalberechnung in regulierten Institutionen. Das letzte Kapitel behandelt die Lehren, die Investoren und Regulatoren aus dem Madoff-Betrug lernen sollten. Hierbei wird insbesondere eine Erweiterung der Due-Diligence-Prozesse durch quantitative Replikation der Renditen empfohlen. Bei der Regulierung werden die Vorteile von Industriestandards und einer abgestimmten Regulierung angeführt, die einer "Regulierungs-Arbitrage" in Offshore-Finanzplätzen vorbeugen sollen.

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