06.07.2026 | Märkte

Defence-Investments aus Nachhaltigkeitssicht

Europäische Nachhaltigkeitsregeln verbieten Investitionen in den Verteidigungssektor nicht. Stattdessen bleibt es weitgehend der Entscheidung der Finanzinstitute und ihrer Endkunden überlassen, ob solche Anlagen als nachhaltig gelten, zeigt ein Diskussionspapier von Eurosif. Die EU-Mitgliedstaaten gaben 2024 rund 326 Mrd. Euro für Verteidigung aus, im Schnitt 1,9% des BIP, mit Druck in Richtung 5%. Eurosif betont die Rollentrennung – der Kapazitätsaufbau sei primär staatliche Aufgabe über Budgets und Beschaffung, während private Finanzinstitute nur ergänzend wirken.

Getrieben von der Kursentwicklung – europäische Rüstungsaktien haben sich seit 2022 nahezu verdreifacht – ist das Engagement jedoch gestiegen. Über die Hälfte der Artikel-8-Fonds war Mitte 2025 im Sektor investiert, gegenüber einem Drittel Ende 2021. Bei Artikel-9-Fonds sank die Quote hingegen von 30 auf rund 21%. Mainstream-Fonds waren mit 66% deutlich stärker exponiert.

Regulatorisch gilt der Rahmen als sektorneutral: Weder die SFDR noch die EU-Kommission verbieten Verteidigungsinvestitionen, doch gelten diese auch nicht automatisch als sozial nachhaltig. Ausschlüsse betreffen vor allem „kontroverse“ beziehungsweise „verbotene“ Waffen – Antipersonenminen, Streumunition, biologische und chemische Waffen –, deren Wirkung auf europäische Rüstungskonzerne als gering eingeschätzt wird, da kaum ein börsennotiertes Unternehmen sie herstellt.

 

Absolut Research analysiert institutionelle Publikumsfonds mit Fokus auf den Verteidigungsektor jeden Monat in der Publikation Absolut|ranking Equity Global Thematic Defence. Insgesamt analysiert Absolut|ranking mehr als 16.000 aktive und passive Strategien von 2.000 Asset Managern, aufgeteilt auf 34 Assetklassen und Marktsegmente sowie mehr als 200 Universen. Individuelle Mandate und Spezialfonds können ebenfalls untersucht werden. 

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