Dachhedgefonds oft "überdiversifiziert"
Eine kürzlich veröffentlichte Research-Arbeit der beiden New Yorker Hochschulen State University und Stern School of Business untersucht die Diversifikationseigenschaften von Dachhedgefonds. Die Autoren kommen zu dem überraschenden Ergebnis, dass viele Dachfonds zuviele Fonds in ihren Portfolios halten. Der Effekt der "Über-Diversifikation" führe zu höheren Tail-Risiken.
Einer der wichtigsten Gründe für Investoren, in Dachhedgefonds zu investieren, ist die notwendige und kostenintensive Due Diligence der Zielfonds. Niedrige Korrelationen zu anderen Asset-Klassen ist zudem einer der am häufigsten genannten Gründe für ein Hedgefondsinvestment generell. Tatsächlich sind die Korrelationen in Abwärtsmärkten im Durchschnitt allerdings hoch, die Liquidität hingegen niedrig. Dachhedgefonds konzentrieren daher Tail-Risiken.
Quelle: Brown, Gregoriou, Pascalau (2011)
Die drei Autoren untersuchen mehr als 1.300 Dachhedgefonds. Die meisten halten mehr als 20 Fonds in ihren Portfolios. Allerdings nimmt der Diversifikationseffekt laut den Autoren zwischen 10-20 Fonds rapide ab. Performance und regelmäßige Due Diligence stünden in engem Zusammenhang. Eine kontinuierliche Due Diligence für mehr Fonds durchzuführen sei zu teuer. Die Portfolioqualität nehme somit ab. Dachfonds mit mehr Zielfonds schnitten im Durchschnitt schlechter ab, als Dachfonds mit weniger Positionen und schlechter als naive gleichgewichtete Portfolios. Warum trotzdem die meisten Fonds größere Portfolios hielten, bezeichnen die Autoren als eine interessante Anomalie, die weiterer Forschung bedarf.