CoCo-Bonds stabilisieren Risikoneigung des Emittenten
Natalya Martynova von der Bundesbank und Enrico Perotti von der University of Amsterdam haben in einem Researchpaper anhand eines mikroökonomischen Modells die Auswirkungen der Ausgestaltung von Contingent Convertibles (CoCos) auf die Risikobereitschaft der emittierenden Banken untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass CoCos die Anreize zum Eingehen hoher Risiken deutlich stärker reduzieren als die Emission klassischer Nachranganleihen. Grund hierfür ist, dass Letztere erst dann belastet werden, wenn eine Insolvenz eingetreten ist, während CoCo Bonds bereits dann gewandelt werden, wenn die Bank noch solvent ist und somit direkt zu einem Rückgang des Verschuldungsgrades führen. Dies senkt den Anreiz, exzessive Risiken einzugehen. Der Effekt durch den Rückgang des Verschuldungsgrades wirkt dabei wesentlich stärker als der Verwässerungseffekt durch die Ausweitung des Eigenkapitals. Tatsächlich steigert dieser sogar die Risikobereitschaft. Grund hierfür ist, dass der Anteil der Wertschöpfung aus der Wahl sichererer Assets für die Aktionäre vermindert wird.
Vor diesem Hintergrund haben die Autoren beim Vergleich von CoCos als echte Pflichtwandelanleihen und Write-Down Bonds festgestellt, dass Letztere unter dem Aspekt der Vermeidung von Anreizen zur Risikosteigerung zu bevorzugen sind. Der dämpfende Einfluss auf die Risikoneigung ist bei CoCos nur dann gleichwertig zu einer klassischen Kapitalerhöhung, wenn die Anleihe jederzeit wandlungsfähig ist. Angesichts der Ungenauigkeiten bei der Spezifizierung des Triggers, der nicht in allen Situationen hoher Verschuldung ausgelöst wird, bleibt Eigenkapital das überlegene Mittel zur Reduzierung der Anreize für exzessives Eingehen von Risiken. 
Quelle: Martynova, Perotti, 2018
Absolut Research analysiert institutionelle Publikumsfonds mit Fokus auf Subordinated Debt, darunter CoCo Bonds, jeden Monat in der Publikation Absolut|ranking Credit Corporate Bonds. Insgesamt umfassen die Absolut|rankings mehr als 13.000 institutionelle Publikumsfonds und ETFs, aufgeteilt in 28 Asset-Klassen und Marktsegmente und mehr als 120 Universen.