29.10.2019 | Märkte

CO2-Steuer: Szenarioanalyse für deutsche Unternehmen

Union Investment hat in einer Analyse von September 2019 untersucht, welche positiven und negativen Auswirkungen ein CO2-Preis auf die Wertentwicklung der größten Unternehmen in Deutschland haben könnte. Insbesondere Unternehmen in Branchen, die derzeit nicht vom EU-ETS abgedeckt sind, haben demnach mit Mehrkosten zu rechnen.


Quelle: Union Investment (Ausschnitt Abb. 7)

Unternehmen in der Chemiebranche, der metallverarbeitenden Industrie, dem Fahrzeugbau sowie dem Baugewerbe sind den höchsten potenziellen Belastungen ausgesetzt. Einerseits sind diese Branchen bislang weniger von EU-ETS abgedeckt, andererseits ist ihr Emissionsvolumen relativ hoch. Bei einem CO2-Preis von 30 Euro pro Tonne CO2e käme beispielsweise eine jährliche Zusatzbelastung von 1,6 Mrd. Euro auf HeidelbergCement zu, haben die Autoren berechnet, was rund 81 % des 2018er EBIT entspricht. Linde, Deutsche Lufthansa und BASF würden jährlich mit mehr als 350 Mio. Euro belastet. Im Szenario von 200 Euro pro Tonne CO2e überschreitet die jährliche Belastung bei neun Unternehmen die Grenze von einer Milliarde Euro. Bisher hält sich die Belastung für die meisten DAX-Unternehmen über das EU-ETS vor allem deshalb in Grenzen, weil sie über eine kostenlose Allokation der Emissionsberechtigungen entlastet werden.


Quelle: Union Investment

Fünf Unternehmen könnten kurz- bis mittelfristig von einer CO2-Steuer dagegen profitieren, wenn sie ihre Emissionen drastisch senken, was technisch möglich scheint. Die Autoren halten jedoch fest, dass eine zentrale Herausforderung einer nationalen CO2-Steuer sein wird, wie Verlagerungen ins Ausland verhindert werden sollen. Wie der Sachverständigenrat der Bundesregierung sprechen sich auch die Autoren daher für eine mindestens europäische Lösung aus.


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