03.09.2018 | Research

Clean Energy Infrastructure zur Aktiendiversifikation

In einem Researchpaper vom Mai 2018 haben Charles Donovan und Jianjun Li von der Imperial College Business School die Perspektiven von Aktien im Clean-Energy-Infrastruktursektor untersucht. Hierzu untersuchen die Autoren die Performance sogenannter Yieldcos, also börsennotierte Gesellschaften, die verschiedene Projekte im Bereich erneuerbarer Energien in einem Portfolio bündeln und damit relativ hohe und planbare Cashflows erwirtschaften, die an die Anleger ausgeschüttet werden. In den USA lagen Yieldcos mit einer Rendite von 10,1 % p.a. hinter dem gesamten Aktienmarkt, während die Volatilität deutlich darüber lag. In Großbritannien waren die Renditen beider Segmente auf einem vergleichbaren Niveau, während die Volatilität der Yieldcos nur halb so hoch ausfiel. In Kanada konnten die Yieldcos absolut eine Outperformance erzielen und lagen risikoadjustiert auf dem gleichen Niveau wie der breite Aktienmarkt. Das Datensample umfasst die 17 Titel des Global Yieldcos Index für den Zeitraum 2013 bis 2017.


Quelle: Donovan, Li, 2018

Die Implementierung von Yieldcos in bestehende Multi-Asset-Portfolios ergibt nur für Großbritannien eine Verbesserung der risikoadjustierten Rendite. Sowohl für die USA als auch Kanada sind die Ergebnisse insignifikant. Gleiches gilt für die Sensitivität zum Marktrisiko: In Großbritannien verringert die Einbindung von Yieldcos das systematische Risiko, in den USA und Kanada wird das Risiko gesteigert. Eine Sensitivitätsanalyse zeigt, dass britische Yieldcos die Effizienzkurve des Portfolios nach links verschieben können. Für Kanada ergibt sich nur eine leichte Linksverschiebung, für die USA gar keine.


Quelle: Donovan, Li, 2018

Diese Unterschiede ergeben sich vermutlich aus der unterschiedlichen Struktur der Yieldcos in den untersuchten Regionen. Weiterhin bestehen Differenzen hinsichtlich der Leverage; britische Yieldcos sind konservativer. Angesichts des kleinen Datensamples weisen die Autoren allerdings ausdrücklich auf die begrenzte Aussagekraft der Ergebnisse hin.


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