27.05.2026 | Märkte

Chinesische Investitionen in Europa

Chinesische Direktinvestitionen (FDI) in Europa sind 2025 das zweite Jahr in Folge gestiegen und haben den höchsten Stand seit 2018 erreicht, zeigt eine Auswertung des Mercator Institute for China Studies (MERICS) und der Rhodium Group. Chinesische FDI legten 2025 um 67% auf 17 Mrd. EUR zu. Treiber war die Erholung bei M&A-Transaktionen: Sie stiegen um 89% auf 8 Mrd. EUR. Gleichzeitig blieb Greenfield der wichtigste Kanal und wuchs um 51% auf einen Rekordwert von 9 Mrd. EUR. Europa vereinte damit nahezu ein Viertel der globalen chinesischen FDI 2025 auf sich, nach 17% im Jahr 2024.


Quelle: Andreas Mischer (MERICS), Agatha Kratz, Gregor Williams, Armand Meyer (alle Rhodium Group)

Sektoraler Schwerpunkt blieb Automotive mit 7,6 Mrd. EUR, davon 93% in der EV-Supply-Chain. Die Autoren sehen jedoch nachlassende Greenfield-Dynamik: Neu angekündigte Investitionen in Anlagen und Ausrüstung beliefen sich 2025 auf 5,2 Mrd. EUR, nach 5,7 Mrd. EUR 2024 und 16,9 Mrd. EUR 2023. Gleichzeitig stiegen chinesische Warenexporte nach Europa 2025 wertmäßig um 9%, Batterieexporte um 43%, Autoexporte um 15% (29% im Volumen) und Wind-Equipment um 65%. Das deutet auf eine stärkere Marktbearbeitung über Exporte bei zugleich wachsender regulatorischer Unsicherheit in Europa hin. Gleichzeitig sind chinesische Venture-Capital-Investitionen im Jahr 2025 in Europa auf unter 250 Mio. EUR eingebrochen.


Quelle: Andreas Mischer (MERICS), Agatha Kratz, Gregor Williams, Armand Meyer (alle Rhodium Group)

Ungarn blieb zwar größter Empfänger, die Konzentration nahm aber ab. Ungarn zog 2025 Investitionen in Höhe von 3,9 Mrd. EUR an, nach 3,2 Mrd. EUR 2024. Der Anteil Ungarns an den chinesischen FDI in Europa fiel zugleich von 32 % auf 23 %. Parallel verlagerten sich Volumina zurück in große Märkte: Deutschland erreichte 2,5 Mrd. EUR und steigerte seinen Anteil von 10 % auf 15 %. Frankreich kam auf 1,9 Mrd. EUR und erhöhte den Anteil von 5 % auf 12 %.

 

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