Carry Trades als Prämie für staatliche Kreditrisiken
Vitaly Orlov von der Universität St. Gallen zeigt in dem Research-Papier„Solvency Risk Premia and the Carry Trades“, dass die positive Rendite von Carry Trades von staatlichen Kreditrisiken beeinflusst wird. Für die Analyse wird ein Long/Short-Verschuldungsfaktor gebildet (IMS). Mit einem R² von 43 % erklärt dieser Faktor alleine einen erheblichen Anteil der Querschnitts-Variation der Carry-Trade-Renditen. In Kombination mit einem Dollar-Risikofaktor, der als währungsspezifischer Marktrisikofaktor verstanden werden kann, erhöht sich der Erklärungsgehalt des Modells nochmals erheblich. Auch unter Berücksichtigung anderer währungsspezifischer Risikofaktoren wie FX-Volatilität bleibt das staatliche Kreditrisiko signifikant. Verschiedene Robustheitstests bestätigen die wesentlichen Ergebnisse. Das Sample umfasst insgesamt 48 Währungen im Zeitraum 1985 bis 2014. 
Quelle: Orlov,
Als Fazit wird festgehalten, dass die Profitabilität von Carry Trades als eine Prämie für das Tragen des staatlichen Kreditrisikos angesehen werden kann. Niedrig verzinste Währungen dienen entsprechend als Versicherung gegen staatliche Ausfallrisiken, während höher verzinste Währungen den Investor auch einem höheren Emittentenrisiko aussetzen.
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