Carlyle rechnet mit fallenden Renditen bei Private Equity
Der Deutschlandchef der US-Beteiligungsgesellschaft Carlyle, Heiner
Rutt, rechnet künftig mit fallenden Renditen bei den
Private-Equity-Fonds. "Sogar die weltweit erfolgreichsten
Private-Equity-Fonds werden sich künftig möglicherweise mit Renditen
unter 20 Prozent zufrieden geben müssen", sagte Rutt der Tageszeitung
"Die Welt". Ursache dafür sei die starke Konkurrenz der
Beteiligungs-Fonds bei den Bieterverfahren um Firmen.
Die Private-Equity-Häuser sammeln derzeit Rekordsummen für neue Fonds
ein, wodurch der Investitionsdruck erhöht und die Preise für
Beteiligungen nach oben getrieben werden. Als Folge des härter
werdenden Wettstreits um lukrative Firmenbeteiligungen werden künftig
einige Beteiligungsgesellschaften vom
Markt verschwinden, prognostiziert Rutt. "Wir werden eine Konzentration
auf die Marken erleben. Also auf die Fonds, die sich durch teilweise
jahrzehntelangen Erfolg einen Namen auf dem Markt gemacht haben", sagte
Rutt. Er erwarte aber nicht, dass sich die institutionellen Investoren
aus dem Anlagesegment zurückziehen werden, sagte er weiter. "Der
Rendite-Unterschied zu anderen Anlageformen, etwa festverzinslichen
Wertpapieren und Aktien, ist immer noch erheblich."
Bisher erzielen die größten Private-Equity-Gesellschaften wie Carlyle,
KKR, Permira, BC Partners oder Blackstone mit ihren
Unternehmensbeteiligungen bis zu 25 Prozent Rendite auf ihr
eingesetztes Kapital. Das ist deutlich mehr als der
Branchendurchschnitt. Nach einer aktuellen Studie der
Beratungsgesellschaft Thomson Financial wurde in der gesamten Branche
im vergangenen Jahr eine durchschnittliche Rendite von 9,4 Prozent
erwirtschaftet.
Eine kürzlich veröffentlichte Umfrage der
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte ergab, dass 70 Prozent aller
im deutschsprachigen Raum aktiven Private-Equity-Unternehmen den
Dienstleistungssektor als einen der wichtigsten Investitionsmärkte für
die kommenden Monate ansehen. Rutt schloss nicht aus, dass auch Carlyle
künftig in diesem Sektor einkaufen werde. Bisher hat das US-Unternehmen
in Europa ausschließlich Unternehmen aus dem produzierenden Sektor
gekauft.
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