25.07.2005 | 

Carlyle rechnet mit fallenden Renditen bei Private Equity

Der Deutschlandchef der US-Beteiligungsgesellschaft Carlyle, Heiner

Rutt, rechnet künftig mit fallenden Renditen bei den

Private-Equity-Fonds. "Sogar die weltweit erfolgreichsten

Private-Equity-Fonds werden sich künftig möglicherweise mit Renditen

unter 20 Prozent zufrieden geben müssen", sagte Rutt der Tageszeitung

"Die Welt". Ursache dafür sei die starke Konkurrenz der

Beteiligungs-Fonds bei den Bieterverfahren um Firmen.

Die Private-Equity-Häuser sammeln derzeit Rekordsummen für neue Fonds

ein, wodurch der Investitionsdruck erhöht und die Preise für

Beteiligungen nach oben getrieben werden. Als Folge des härter

werdenden Wettstreits um lukrative Firmenbeteiligungen werden künftig

einige Beteiligungsgesellschaften vom

Markt verschwinden, prognostiziert Rutt. "Wir werden eine Konzentration

auf die Marken erleben. Also auf die Fonds, die sich durch teilweise

jahrzehntelangen Erfolg einen Namen auf dem Markt gemacht haben", sagte

Rutt. Er erwarte aber nicht, dass sich die institutionellen Investoren

aus dem Anlagesegment zurückziehen werden, sagte er weiter. "Der

Rendite-Unterschied zu anderen Anlageformen, etwa festverzinslichen

Wertpapieren und Aktien, ist immer noch erheblich."

Bisher erzielen die größten Private-Equity-Gesellschaften wie Carlyle,

KKR, Permira, BC Partners oder Blackstone mit ihren

Unternehmensbeteiligungen bis zu 25 Prozent Rendite auf ihr

eingesetztes Kapital. Das ist deutlich mehr als der

Branchendurchschnitt. Nach einer aktuellen Studie der

Beratungsgesellschaft Thomson Financial wurde in der gesamten Branche

im vergangenen Jahr eine durchschnittliche Rendite von 9,4 Prozent

erwirtschaftet.

Eine kürzlich veröffentlichte Umfrage der

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte ergab, dass 70 Prozent aller

im deutschsprachigen Raum aktiven Private-Equity-Unternehmen den

Dienstleistungssektor als einen der wichtigsten Investitionsmärkte für

die kommenden Monate ansehen. Rutt schloss nicht aus, dass auch Carlyle

künftig in diesem Sektor einkaufen werde. Bisher hat das US-Unternehmen

in Europa ausschließlich Unternehmen aus dem produzierenden Sektor

gekauft.

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