BVK Quartalsstatistik 2002
Der deutsche Venture Capital- und Private Equity-Markt war im zweiten Quartal 2002 von einer Verschiebung der Neuinvestitionen von neuen Technologien zu traditionellen Branchen sowie hohen Ausfällen geprägt. Die Neuinvestitionen der BVK-Mitglieder stiegen im zweiten Quartal auf 727,2 Mio. EUR, nach 482,2 Mio. EUR in den ersten drei Monaten. Mit 372,6 Mio. EUR entfiel mehr als die Hälfte der Neuinvestitionen auf Buy-Outs. Dabei handele es sich vornehmlich um Beteiligungsverkäufe von Konzernen. Von den Abgängen aus den VC-Fonds in Höhe von 552 Mio. EUR enfielen 340,1 Mio. EUR oder 61,6 % des Exitvolumens auf Totalverluste. Dieser Ausreißer nach oben liege mit rund 200 Mio. EUR in einem Buy-Out, der abgeschrieben werden musste, sowie der Insolvenz einer VC-Gesellschaft begründet. Ansonsten tendierten die Ausfälle, die in den 90er Jahren bei 15 bis 20 % lagen, wieder auf ein normales Niveau von etwa 30 %.
Das Fund-Raising gestalte sich derzeit als "sehr schwierig". Neue Fonds seien für Late-Stage- und Buy-Out-Finanzierungen aufgelegt worden, für Early-Stage-Investititionen könnten nur etablierte VC-Gesellschaften Mittel einwerben. An Liquiditätsmangel würden nur kleinere Gesellschaften leiden, die derzeit keine neuen Investitionen tätigen können. Allgemein fehle es aber nicht an Liquidität, denn dem addierten VC-Fondsvolumen von rund 28 Mrd. EUR stehe ein Portfolio von derzeit 16,3 Mrd. EUR gegenüber.
Nach einer Erhebung vom Frühjahr dieses Jahres stehe in Europa Kapital in Höhe von etwa 40 Mrd. EUR zur Anlage zur Verfügung, davon allerdings rund 30 Mrd. EUR allein bei neun großen Private Equity-Gesellschaften. Von der Entscheidung des Bundesfinanzhofs (BFH), wonach die Management Fee für geschlossen Fonds mehrwertsteuerpflichtig sei, werde die Branche hart getroffen. Allerdings, so der Verband, sei noch unklar, ob auch früher aufgelegte Fonds der Mehrwertsteuerpflicht unterliegen werden. Für das Gesamtjahr 2002 rechnet der Verband mit Neuinvestitionen der Branche in Höhe von 3 bis 3,5 (2001: 4,4) Mrd. EUR.
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