Bundesbank und EZB uneinig über Chancen und Risiken von Hedge-Fonds
Zwischen der Deutschen Bundesbank und der Europäischen Zentralbank
(EZB) sind deutliche Differenzen in der Einschätzung und Bewertung von
Hedge-Fonds deutlich geworden. Während die EZB - wie auch
US-Nobenbankchef Alan Greenspan - die Hedge-Fonds als stabilisierender
Faktor im Finanzsystem beschreibt, sieht die Deutsche Bundesbank in
diesen Fonds ein Risikopotenzial. "Deshalb erfordert die Branche mehr
Wachsamkeit", fordert Bundesbank-Vizepräsident Jürgen Stark.
Stark verwies auf die hohen Mittelzuflüsse der Hedge-Fonds in den
letzten Jahren. Es gebe mehr als 7.000 Hedge-Fonds mit einem
Gesamtkapital von fast einer Billion US-Dollar. "Der
Finanzmarkteinfluss dürfte allerdings noch höher sein, wenn man die
Verschuldung und die tendenziell höhere Transaktionsvolumina in
Rechnung stellt", sagte er. "Worum es geht ist, dass diese Branche
weitgehend unreguliert und wenig transparent ist." Deshalb sei mehr
Transparenz zur Verbesserung der Marktdisziplin notwendig. "Es wäre
hilfreich, wenn offizielle Stellen einen besseren Einblick in die
Risikolage hätten."
Die EZB hingegen sieht nach einem Bericht von "Financial News" bei den
Hedge-Fonds einen positiven Beitrag zur Marktliquidität und zum
Preisfindungsprozess. Hedge-Fonds trügen dazu bei, die
Marktineffizienzen zu verringern. Darüber hinaus trügen sie zur
Vermehrung des Wohlstandes bei. Im Gegensatz zu 1998, dem Jahr der
LTCM-Krise, seien heute das Leverage und die Konzentration von
Marktpositionen in den Händen weniger Fonds geringer.
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