20.12.2004 | 

Bundesbank und EZB uneinig über Chancen und Risiken von Hedge-Fonds

Zwischen der Deutschen Bundesbank und der Europäischen Zentralbank

(EZB) sind deutliche Differenzen in der Einschätzung und Bewertung von

Hedge-Fonds deutlich geworden. Während die EZB - wie auch

US-Nobenbankchef Alan Greenspan - die Hedge-Fonds als stabilisierender

Faktor im Finanzsystem beschreibt, sieht die Deutsche Bundesbank in

diesen Fonds ein Risikopotenzial. "Deshalb erfordert die Branche mehr

Wachsamkeit", fordert Bundesbank-Vizepräsident Jürgen Stark.

 

 

 

Stark verwies auf die hohen Mittelzuflüsse der Hedge-Fonds in den

letzten Jahren. Es gebe mehr als 7.000 Hedge-Fonds mit einem

Gesamtkapital von fast einer Billion US-Dollar. "Der

Finanzmarkteinfluss dürfte allerdings noch höher sein, wenn man die

Verschuldung und die tendenziell höhere Transaktionsvolumina in

Rechnung stellt", sagte er. "Worum es geht ist, dass diese Branche

weitgehend unreguliert und wenig transparent ist." Deshalb sei mehr

Transparenz zur Verbesserung der Marktdisziplin notwendig. "Es wäre

hilfreich, wenn offizielle Stellen einen besseren Einblick in die

Risikolage hätten."

 

 

 

Die EZB hingegen sieht nach einem Bericht von "Financial News" bei den

Hedge-Fonds einen positiven Beitrag zur Marktliquidität und zum

Preisfindungsprozess. Hedge-Fonds trügen dazu bei, die

Marktineffizienzen zu verringern. Darüber hinaus trügen sie zur

Vermehrung des Wohlstandes bei. Im Gegensatz zu 1998, dem Jahr der

LTCM-Krise, seien heute das Leverage und die Konzentration von

Marktpositionen in den Händen weniger Fonds geringer.

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