Bundesbank für mehr Regulierung der Finanzmärkte
Die Deutsche Bundesbank hat sich für eine schärfere Regulierung der Finanzmärkte ausgesprochent - und zwar nicht nur des börslichen, sondern auch des außerbörslichen Handels. Von den rasch wachsenden Märkten für derivative Finanzinstrumente könnten destabilisierende Effekte auf das Finanzsystem ausgehen, heißt es in dem Monatsbericht Juli. Zur Vermeidung solcher Effekte könnten in erster Linie robuste Marktstrukturen beitragen. "Darüber hinaus können regulatorische Maßnahmen, wie Preisbänder oder Handelspausen, helfen, krisenhafte Situationen zu entschärfen."
Dem Bericht zufolge sind Derivate - dazu zählen börsengehandelte und nichtbörsengehandelte Swaps, Optionen, Terminkontrakte und Zertifikate - das am schnellsten wachsende und sich verändernde Segment des modernen Finanzwesens. Beispielsweise hat sich nach Angaben der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich der Nominalwert aller weltweit ausstehenden nichtbörsengehandelten Derivatekontrakte (ohne Kreditderivate) zwischen den Jahren 2000 und 2005 von 95 auf 285 Billionen Dollar verdreifacht.
Die potentiellen systemischen Risiken, die von den Derivaten ausgehen, werfen laut Bundesbank allerdings die Frage nach einer Überwachung und Regulierung der betroffenen Finanzmärkte auf. Als geeignet erschienen dazu insbesondere die Ausgestaltung der rechtlichen Rahmenbedingungen, die Schaffung einer robusten Marktstruktur, transparente Informationssysteme sowie Handelspausen und Preisbänder. "Eine alleinige Konzentration der Regulierung auf die einfacher zu überwachenden börsengehandelten Derivate reicht hierbei allerdings nicht aus", schreibt die Bundesbank weiter und deutet damit Überlegungen in Richtung auf eine Regulierung auch des außerbörslichen Handels an.